Laeken - "Die Zeit ist reif, die Diskussion zu beginnen" über Standards für die Atomsicherheit in ganz Europa, sagte Bundeskanzler Wolfgang Schüssel (V) am Freitag Früh vor Beginn des EU-Gipfels von Laeken. Dies sei ein Bereich, "wo mehr Europa notwendig ist". Im Verkehrsbereich wiederum werde Österreich in den nächsten fünf Jahren über 12 Mrd. Euro (165 Mrd. S) an eigenem Geld in die Infrastruktur für Schiene und Straße investieren, "damit wir für Europa die Verkehrsverbindungen verbessern". Das seien um 40 Prozent mehr als in der vergangenen Fünfjahresperiode. "Da kann man schon erwarten, dass man sich mit unserem Wunsch beschäftigt, die Transitregelung zu verlängern", sagte Schüssel, der zu Transit und Atomsicherheit gemeinsame Positionen der 15 EU-Staats- und Regierungschefs in die Schlussfolgerungen des Gipfels hinein reklamieren will. Ferrero-Waldner will "mehr Europa" Schüssel wies darauf hin, dass es am Gipfel über das Mandat und den Vorsitzenden des geplanten Konvents für die nächste EU-Reform noch intensive Diskussionen geben werde. Er sprach sich für ein weites Mandat aus und für die volle Einbindung der Kandidatenländer. Für die EU-Staaten ergäbe sich nun aber ein Problem, weil in knapper zeitlicher Abfolge der Vertrag von Nizza, die Beitrittsverträge und die nächste EU-Reform ratifiziert werden müssten. Außenministerin Benita Ferrero-Waldner (V) sagte unterdessen, es sei "ein Fehler", den Kontakt zu Palästinenserpräsident Yasser Arafat abzubrechen. Ohne palästinensische Autonomiebehörde als Partner für Friedensverhandlungen in Nahost "geht es nicht, wenn man Frieden will", meinte Ferrero-Waldner. Durch Gewalt werde nur weiterer Extremismus hervorgerufen. Die EU habe am Montag auch von Israel die Wiederaufnahme von Verhandlungen ohne Vorbedingungen verlangt, erinnerte sie. In den letzten Jahren habe sich die Basis der Konfrontation geändert, weil einerseits die Existenz Israels von den Palästinensern - wenn auch mit Vorbehalten - anerkannt werde, und andererseits selbst US-Politiker von einem palästinensischen Staat sprächen. Der EU-Konvent brauche eine starke und von nationalen Interessen unabhängige Persönlichkeit an der Spitze, forderte Ferrero-Waldner. Die klarere Abgrenzung der Kompetenzen zwischen der Union und den Mitgliedsländern sei ein "besonders wichtiges" Ziel. Es müsse deutlich sein, wer in Europa wofür verantwortlich ist. "Mehr Europa" wünscht sich die Außenministerin etwa in der Außen- und Sicherheitspolitik, der äußeren Sicherheit und Umwelt. "Weniger Europa" sei etwa durch Rücknahme bestimmter detaillierter Binnenmarktregelungen erreichbar. (APA)