Wien - Mit der Einführung der gemeinsamen Währung Euro, die für die Bürger der zwölf Mitgliedsstaaten der Eurozone ab diesem Wochenende auch physisch durch die Vorabausgabe der Münzen Realität wird, entsteht ein Wirtschaftsraum, welcher den Wirtschaftsmächten USA und Japan die Stirn bieten soll. Bis es so weit ist, gilt es allerdings aufzuholen: Noch hinkt die Eurozone den USA und Japan etwa bei der Wirtschaftsleistung pro Kopf der Bevölkerung hinterher. Ab 1. Jänner 2002 gelten also Euro-Münzen und Euro-Banknoten in allen 12 Ländern der Eurozone, das sind Belgien, Deutschland, Griechenland, Spanien, Frankreich, Irland, Italien, Luxemburg, Niederlande, Österreich, Portugal und Finnland, als gesetzliches Zahlungsmittel. Die nationalen Währungen verlieren uneinheitlich, aber spätestens am 28. Februar 2002 ihre Gültigkeit. Dieses historische Ereignis ist der letzte Abschnitt eines langen Prozesses, der mit der Schaffung des Euro am 1. Jänner 1999 seinen Anfang nahm. 303 Millionen Menschen, das sind 5 Prozent der gesamten Weltbevölkerung, leben derzeit in der Eurozone. Dem stehen laut neuester Statistik von Eurostat 278,1 Millionen Bewohner der USA sowie 126,8 Millionen Japaner gegenüber. 16,4 Prozent der Bevölkerung der Eurozone sind jünger als 15 Jahre alt und werden sich wahrscheinlich schon bald nicht mehr an den Schilling, die D-Mark, den Franc oder die Lira erinnern. In den USA ist der Anteil der jungen Menschen unter 15 Jahren mit 21,1 Prozent höher als in der Eurozone, in Japan mit 14,6 Prozent etwas niedriger. Hingegen sind 16,3 Prozent der Bevölkerung der Eurozone 65 Jahre und älter, haben also die meiste Zeit ihres Lebens mit den jeweiligen nationalen Währungen gelebt. Der Anteil der über 65-Jährigen ist in Japan mit 17,5 Prozent etwa gleich hoch, in den USA mit 12,6 Prozent hingegen niedriger. Industrie spielt in der Eurozone wichtige Rolle Die einzelnen Wirtschaftszweige tragen in der Eurozone und in den USA in unterschiedlicher Höhe zur Bruttowertschöpfung bei, auch wenn der Dienstleistungssektor in beiden Regionen den größten Anteil hat. In der Eurozone spielt die Industrie eine größere Rolle als in den USA. 23 Prozent der Bruttowertschöpfung im Jahr 2000 entfielen in der Eurozone auf diesen Bereich, gegenüber 17 Prozent in den USA. Das Gleiche gilt für die öffentlichen Dienstleistungen, 21 Prozent macht ihr Anteil in den EU-12-Ländern gegenüber 12 Prozent in den USA aus. Dagegen ist der Anteil der Finanz- und Unternehmensdienstleistungen in der Eurozone mit 27 Prozent geringer als in den USA mit 41 Prozent, ebenso wie der Anteil von Handel, Verkehr und Nachrichtenübermittlung (21 Prozent gegenüber 24 Prozent). Eine Schlüsselrolle für die Entwicklung des BIP spielt in allen drei Regionen der Verbrauch der privaten Haushalte. In den USA trägt er am stärksten zum Wachstum bei. Im Jahr 2000 machten die privaten Konsumausgaben in den USA 68,2 Prozent verglichen mit 57,2 Prozent in der Eurozone und 56 Prozent in Japan aus. Investitionen waren in der Eurozone für 21,5 Prozent des BIP verantwortlich, in den USA für 20,6 Prozent und in Japan für 26 Prozent. Konsumausgaben des Staates hatten dagegen in der Eurozone mit 19,8 Prozent einen höheren Anteil am BIP als in den USA mit 14,4 Prozent und Japan mit 16,6 Prozent. (APA)