Wien - Der Umstieg vom Schilling auf das neue Euro-Bargeld wird im Handel zur Nagelprobe. Wenn am Morgen des 2. Jänner die Geschäfte aufsperren, werden vor allem in den Supermärkten alle verfügbaren Mitarbeiter da sein. Die Umstellungsarbeiten an Computeranlagen, den Kassen oder in den Regalen müssen bis dahin zwar schon erledigt sein, doch dann beginnt der echte Währungsumtausch und verwandelt den Handel in die größte Wechselstube des Landes. Die großen Supermarktketten werden dann an den Kassen das Personal um bis auf das Doppelte aufstocken und die erwarteten Wartezeiten so kurz wie möglich zu halten. Herausgeben werden die Handelsketten nur noch in Euro. "Wir werden in den Intersparmärkten jede Kassa doppelt besetzen", kündigt Nicole Berkmann, Sprecherin der Handelskette Spar an. Eine der beiden Kassiererinnen soll vor allem laufend die eingenommenen Schillingscheine und Münzen abtransportieren, aber auch für schwierigere Fragen zur Verfügung stehen. In den Spar- und Eurospar-Märkten werden in den ersten 14 Tagen ebenfalls etwa doppelt so viele Mitarbeiter für die Kassen da sein als sonst zu Jahresbeginn. Urlaubssperren seien nicht notwendig gewesen, man habe das einfach in den heurigen Personaleinsatzplänen berücksichtigt, so Berkmann. Man greife stärker auf Teilzeitkräfte zurück. Urlaubssperren sind nicht notwendig Die Supermarktkette Zielpunkt wird ebenfalls ihre Kassierleistung für die ersten Wochen nach der Eurobargeld-Einführung verdoppeln. Urlaubssperren seien auch hier nicht notwendig gewesen, "weil das im Handel traditionell eine starke Zeit ist", erläutert Marketingleiter Christian Schett. Auf Sonn- und Feiertagsdienste, wie das der im Sommer abgeschlossene spezielle Euro-KV für den Handel am 16., 30., 31. Dezember und 1. Jänner erlaubt, habe man mit Ausnahme von einigen Verwaltungsbereichen genauso verzichten können. Bei Marktführer BML (Billa, Merkur, Mondo) ist ebenfalls das gesamte verfügbare Personal für Kassen und Kundenbetreung in Einsatz. Sonn- und Feiertagsdienste seien auch bei Billa, Merkur und Mondo für die Euro-Umstellung nicht notwendig. Bei Adeg geht man davon aus, dass man mit 10 bis 15 Prozent mehr Personal in den ersten Wochen nach der Eurobargeld-Umstellung das Auslangen finden wird. Herausgeben will der heimische Lebensmittelhandel konsequent nur in Euro. "In absoluten Ausnahmefällen, wenn ein Kunde unbedingt darauf besteht, werden wir auch in Schilling herausgeben", räumt Varias ein. Handelssyndikus Hannes Mraz erwartet auch bei kleinen Händlern oder auch auf Märkten, dass in den ersten zwei Monaten 2002- in denen der Schilling weiterhin gesetzliches Zahlungsmittel bleibt - zum Teil noch mit Schilling gearbeitet wird. Hier werde es "auf den Einzelfall ankommen". (APA)