Gröden - Am Sonntag wartet in Alta Badia nach den beiden Klassikern in Gröden wieder einer der traditionellsten Riesentorlauf schlechthin. Die "Gran Risa"- Piste ist als eine der schwierigsten bekannt. Und für die Österreicher geht es darum, das mit Ausnahme von Stephan Eberharter und Christoph Gruber eher mäßige Ergebnis von Val d'Isere wieder zu korrigieren. Im Riesentorlauf macht sich die lange Ausfallsliste, die in Hochsavoyen durch die schwere Verletzung von Heinz Schilchegger verlängert wurde, in dieser Saison am meisten bemerkbar. Stephan Eberharter übernahm mit zwei Podestplätzen zwar die Rolle von Hermann Maier, doch ist die Konkurrenz auch hier nicht nur nahe gekommen, sie hat zum Überholmanöver angesetzt. "Allerdings wäre wahrscheinlich jede andere Mannschaft nach diesen Ausfällen auseinandergebrochen. Dafür halten wir uns sensationell", erklärte Cheftrainer Toni Giger. Ausgeruhter Bode Miller In Alta Badia muss auch Bode Miller beweisen, dass sein Siegeslauf der vergangenen Woche keine Eintagsfliege war. Zumindest kann er sich im Gegensatz zu Eberharter aber ausgeruht auf die schwere Piste machen, denn der US-Boy ließ die Abfahrten Gröden aus. Neben Miller werden vor allem die Franzosen rund um Frederic Covili zu beachten sein. Im Jahr 1999 hatte Joel Chenal mit einem damals überraschenden Sieg die Renaissance der Franzosen eingeläutet. Für Eberharter ist der Riesentorlauf in diesem Jahr das Ziel Nummer eins. Deshalb verzichtete er in Gröden auch extra auf das zweite Abfahrts-Training, um sich für Alta Badia einzufahren. Dazu gibt es auch eine weitere positive Meldung aus dem österreichischen Lager. Nach unzähligen Therapien konnte Benni Raich am Donnerstag und Freitag in Valles in Südtirol erstmals wieder trainieren. "Es ist ihm dabei gut gegangen", berichtete Slalom-Trainer Gert Ehn. "In Madonna war er im Slalom ohne Training Sechster, mal schauen, wie es jetzt mit Training läuft. In Val d'Isere hat ihm nach der langen Pause einfach noch die Kraft gefehlt. Überhaupt muss man abwarten, wie sich diejenigen, die in Gröden beide Abfahrten fahren, gegen die Spezialisten schlagen. Denn in Alta Badia hat sich auch der Hermann Maier nach Gröden immer schwer getan", sagt Ehn. Christian Mayer optimistisch Der letzte österreichische Sieger in Alta Badia war Christian Mayer. Und dem 29-Jährigen Finkensteiner liegt der Hang in Südtirol, neben seinem Sieg fuhr er zwei Mal auf Platz drei. Im Moment hängt ihm aber seine Krankheit vom Sommer noch nach. "In Val d'Isere war es brutal, ich konnte im Ziel fast nicht mehr stehen. Da merke ich, was ich alles nicht tun durfte. Aber wenn es in Alta Badia nicht so eisig ist, kann ich mit mehr Gefühl fahren - und dann bin ich wieder weiter vorne zu finden." Für Heinz Schilchegger wird in Alta Badia Hans Knauß ein Comeback im Riesentorlauf geben. Der ursprünglich geplante Einsatz von Rainer Schönfelder musste hingegen gestrichen werden - die Rückenprobleme des Kärntner Chartstürmers waren zu groß.(APA)