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Foto: APA/Gindl
Wien - Die letzte Fahrt der neuen runden Geldes war keine sehr weite. Freitag um 23.40 Uhr rollte der Euro Train, bestückt mit 6000 Euro- Startpaketen à 200,07 Schilling Gegenwert für Normalverbraucher, aus Hütteldorf am Wiener Westbahnhof an. Nur knapp vier Stunden davor hatte der Train seine Endstation zuletzt verlassen, nachdem er dort tagsüber auf Bahnsteig sieben zu Infozwecken bereitgestanden war. Doch "ankommen kann man nur von außerhalb", weiß Ulrike Rausch-Keschmann von der Werbeagentur Publico, die das gut besuchte Euro-Willkommensfest betreut hat. Prominenter Lokführer Der münzbestückte Mitternachtszug - ab Samstag dürfen Euro-Startpakete an die Bevölkerung abgegeben werden (wo, siehe Kasten rechts) - hatte einen prominenten Lokführer: ÖBB-Generaldirektor Rüdiger Vorm Walde legte höchstpersönlich Hand an. Und machte als Geldträger gleich weiter, indem er Münzkisten vom Bahnsteig zu den ÖBB-Schaltern schleppte. Wolfgang Duchatczek von der Oesterreichischen Nationalbank, Erste Bank-Vorstandsdirektor Erwin Erasim und andere bekannte Menschen halfen ihm dabei. An den Schaltern konnten sich Euro-Fans der ersten Stunde dann nicht darauf verlassen, mehr als ein Startpaket zu ergattern. "Wenn, wie damals beim Harry Potter Buch, wieder 5000 bis 6000 Menschen kommen, müssen wir rationieren", hatte der zuständige PR-Manager Markus Schindler schon im Voraus angekündigt. Besser schauten die Chancen bei den fünf Wiener OMV-Tankstel 4. Spalte len aus, die rund um die Uhr offen haben (Flughafenautobahn, Auffahrt Westautobahn, Brünnerstrasse, Wiental und Breitenleerstrasse). "Mehr als sechs Stück pro Kunde wird es nicht geben, die Haushaltsmenge eben", lautete die Devise des Mineralölkonzerns. "Nur ein Paket" "Jeder, der kommt, kriegt nur ein Paket", hieß es im Postamt am Wiener Fleischmarkt im ersten Wiener Gemeindebezirk. Es ist die einzige Post im Lande, die niemals zusperrt und die in Plastik geschweißten Euromünzen schon ab Samstag Mitternacht anbieten konnte. Euroschein gespendet Aufregung um einen Zehn-Euroschein in einem Spendenkörberl gab es am Donnerstag indes im Salzburger Dom. Das Papiergeld, das nach rechtmäßigem Lauf der Dinge eigentlich erst ab 1. Jänner 2002 in Umlauf sein dürfte, war beim Aussortieren aufgefallen. Die Spendenzähler verständigten die Nationalbank, wo die Banknote jetzt in einem Depot lagert. Bis zum Jahreswechsel, dann bekommt ihn die Kirche zurückerstattet. (bri, lyn, DER STANDARD, Printausagabe 15.12.2001)