Rom - Die römische Rechtsregierung will die Südtirol-Autonomie nötigenfalls auch ohne Zustimmung Bozens abändern. Dies stellten Regionenminister Enrico La Loggia und Vizepremier Gianfranco Fini in Aussicht. Südtirols Vertreter in den Autonomiekommissionen haben darauf die Arbeit zu einer Reform des Autonomiestatuts abgebrochen. Streitfall ist die von der Berlusconi-Regierung angestrebte Neuorganisation der Sprachgruppenerklärung. Diese wird von Italiens Rechtsparteien, vor allem Alleanza Nazionale, abgelehnt.

Die SVP übte heftige Kritik an der Regierung. Sollte die Regierung die Autonomiebestimmungen ohne Zustimmung Bozens ändern, werde man umgehend die Schutzmacht Österreich anrufen. Vizepremier Gianfranco Fini hatte zuvor die Südtirol-Autonomie als "nicht unantastbar" bezeichnet. (fei, DER STANDARD, Print-Ausgabe vom 15./16.12.2001)