Pristina/Washington - Die Kosovo-Friedenstruppe KFOR hat in einer Aktion gegen den internationalen Terrorismus drei Araber festgenommen, die für die private islamische US-Hilfsorganisation "Global Relief Foundation" (GRF) arbeiten. Das wurde am Samstag in Pristina bestätigt. Die Festgenommenen würden verdächtigt, "direkt" in Terroranschläge in den USA und Europa verstrickt zu sein, hieß es. Zeitgleich zu den Festnahmen am Freitag fror die US-Regierung die Konten der "Global Relief Foundation" und der "Benevolence International Foundation" ein, die ihr Hauptquartier im Raum Chicago haben. Beiden Wohltätigkeitseinrichtungen, die im vergangenen Jahr in den USA zusammen mehr als acht Millionen Dollar (8,91 Mill. Euro/122,7 Mill. S) gesammelt haben, wird vorgeworfen, die Terrororganisation El Kaida finanziell unterstützt zu haben. Dokumente beschlagnahmt Bei den Durchsuchungen in der Provinzhauptstadt Pristina und in Djakovica wurden auch Dokumente beschlagnahmt. Die Organisation hat ihr Hauptquartier im US-Staat Illinois und unterhält eine Niederlassung in Brüssel. Es ist das erste Mal, dass die Washingtoner Regierung eine direkte Verbindung zwischen Hilfsorganisationen im eigenen Land und dem Terrornetz von Osama bin Laden festgestellt hat. In der vergangenen Woche waren das US-Finanzministerium gegen eine Einrichtung vorgegangen, die im Verdacht steht, die radikal-islamische Gruppe Hamas zu unterstützen. Albanische Quellen im Kosovo erklärten, mindestens zwei der im Kosovo festgenommenen Männer stammten aus dem Irak. Darunter sei auch der Leiter des GRF-Büros in der südlichen Kosovo-Stadt Djakovica, der mit dem Namen Ahmed Said aufgetreten sei. Ein weiterer Mann gehöre einem arabischen Sicherheitsdienst an. Die Männer seien im Juni 1999 in das Kosovo gekommen und hätten humanitäre Hilfen an die örtliche Bevölkerung verteilt. Die KFOR-Aktion sei ein "orchestriertes" Element einer weltweiten Operation gegen den Terrorismus, koordiniert von mehreren Regierungen und Sicherheitskräften, sagte KFOR-Sprecher Daz Slaven. Die KFOR habe "glaubhafte" Hinweise aus Geheimdienstquellen erhalten, dass die drei GRF-Mitarbeiter "direkt" den internationalen Terrorismus unterstützt haben sollen.(APA/dpa/AP)