Wien - Ein im Auftrag der Staatsanwaltschaft Wels angefertigtes Gerichtsgutachten belastet die beiden Schlüsselfiguren der 4,7-Milliarden-Pleite des oberösterreichischen Kunststoffimperiums Steiner Industries AG, Leopold und Alfred Steiner, schwer, schreibt das Nachrichtenmagazin Format . Laut Gutachten kommen die Prüfer der Wiener Kanzlei Hamerle & Partner zu dem Schluss, dass es sich bei dem Brand in der Fabrik der Steiner-Tochter Steco im Frühjahr 2000 um groß angelegten Versicherungsbetrug handle. So seien nur 144 Mio. S der von Steiner geforderten Versicherungssumme (550 Mio. S) gerechtfertigt, weil die Lagerbestände "fiktiv" in die Höhe getrieben wurden. Sechs Monate vor dem Feuer seien die produzierten Plastikboxen "mit dem doppelten des üblichen Preises fakturiert" worden. Die Einvernahmeprotokolle hochrangiger Steiner-Manager erhärteten außerdem den Verdacht, dass die Bilanzen des Unternehmens mittels Scheinrechnungen und Wechselgeschäften geschönt worden seien. Laut Steiner-Vorstand Wolfgang Putzinger seien zumindest 350 Mio. S abgeflossen, die "keinem Grundgeschäft zuzuordnen sind, sondern auf fingierten Rechnungen basieren". Laut Oberösterreichische Nachrichten verdichtet sich auch der Verdacht gegen den Exvorstandsvorsitzenden Alfred Steiner wegen betrügerischer Krida und Untreue. So soll die insolvente Tochterfirma ILD (vormals SKP) für eine DM nach Liechtenstein veräußert und zwei Jahre später um 83 Mio. S wieder zurückgekauft worden sein. Der Gewinn soll über Umwege an Alfred Steiner geflossen sein. (APA)