Libreville - In Gabun ist die Zahl der Ebola-Toten auf 16 gestiegen, wie die Weltgesundheitsorganisation (WHO) am Mittwoch mitteilte. Die Gesundheitsbehörden hätten bisher insgesamt 27 Verdachtsfälle registriert, sagte ein WHO-Sprecher. Es gebe aber keinen Hinweis auf eine Ausbreitung der Seuche. Vielmehrsteige die Zahl der Ebola-Fälle deshalb, weil es Fortschritte bei der Identifizierung bereits Erkrankter gebe. Ebola gehört zu den so genannten hämorrhagischen Fiebern. Das gefährliche Virus wird nur bei sehr engem Körperkontakt - etwa beim Waschen und Umarmen - über Körperflüssigkeiten übertragen. Schlechte hygienische Bedingungen fördern die Ausbreitung der Seuche, die schwere innere Blutungen hervorruft. Einen Impfstoff gibt es bislang nicht. "Ärzte ohne Grenzen" entsendet Experten und Hilfsmaterial Die Hilfsorganisation "Ärzte ohne Grenzen" wird dieseWoche in Zusammenarbeit mit der WHO und der Regierung Gabuns inMekambo und Makouko spezielle Isolierstationen zur Behandlung vonEbola-Patienten errichten. Das Team dort bereits tätige Hilfsteamwurde am Dienstag um zwei Ärzte erweitert. Auch ein Logistiker nochhinzukommen. Somit befinden sich derzeit sechs Experten derOrganisation in Gabun, wurde am Mittwoch mitgeteilt. Außerdem wurden zusätzliches medizinisches und logistischesMaterial in die Region entsandt, einschließlich Material zurWasseraufbereitung und einem vollständigen Ebola-Kit mitSchutzkleidung und Medikamenten. Mit dieser Ausrüstung sollen zweiIsolierstationen errichtet werden, in denen Ebola-Patienten unterAchtung ihrer menschlichen Würde behandelt werden können,medizinische Personal gleichzeitig geschützt und eine Verbreitung derKrankheit verhindert wird. Ersten Untersuchungen des Teams der Weltgesundheitsorganisationzufolge handelt es sich beim derzeit in Gabun grassierendenEbola-Virus voraussichtlich um den sogenannten Zaire-Typ. Der Medizinsind zwei Hauptviren von Ebola bekannt: der Zaire-Stamm mit einerSterblichkeitsrate von 70 bis 90 Prozent und der etwas wenigergefährliche Süd-Sudan-Stamm mit einer Sterblichkeitsrate von 50 bis70 Prozent. (APA/dpa/Reuters)