Paris - Bei einem durch Brandstiftung ausgelösten Großfeuer in einem Touristen-Hotel im Zentrum von Paris sind in der Nacht auf heute, Montag, vier Menschen getötet worden. 17 weitere Bewohner des "Hotel du Palais" am Seine-Ufer wurden nach Angaben der Feuerwehr verletzt, einer von ihnen schwer. Unter den Gästen dürfte auch ein Österreicher gewesen sein, der aber unversehrt geblieben sein soll. Er wurde in einem anderen Hotel untergebracht. Nähere Informationen waren auf Anfrage vorerst nicht zu erhalten. Die Polizei nahm in der Nacht einen 36-jährigen betrunkenen Mann unter dringendem Tatverdacht am Brandort fest. Das Feuer in dem Mittelklassehotel wurde gegen 3.00 Uhr morgens gelegt und breitete sich binnen kurzer Zeit vom Erdgeschoss bis zum Dach aus. Das nebenan gelegene berühmte Chatelet-Theater wurde von dem Feuer nicht erfasst. Als das Feuer ausbrach, befanden sich rund 20 Menschen in dem Hotel, unter ihnen zahlreiche ausländische Touristen. Über die Identität der vier Todesopfer wurde zunächst nichts bekannt. Die Insassen retteten sich durch Sprünge aus dem Fenster. Eine Frau erlitt schwere Brandverletzungen, eine andere brach sich den Oberschenkelhals-Knochen beim Sprung aus dem vierten Stock. Die Verletzten, viele von ihnen mit Rauchvergiftung, wurden in die umliegenden Krankenhäuser gebracht. Sieben Hotelgäste - darunter der Österreicher - wurden in ein anderes Hotel gebracht. "Wir haben den Feueralarm gehört und sind sofort aufgesprungen", erzählte der Brite Colin Giles, der sich mit seiner Frau aus dem Hotel retten konnte. "Wir haben uns schnell etwas angezogen und dann unsere Koffer aus dem Fenster geworfen." Er habe nasse Bettlaken vor die Tür gelegt, um das Vordringen der Flammen ins Hotelzimmer zu verzögern. Rund 150 Feuerwehrleute waren im Einsatz, erst nach drei Stunden konnte der Brand gelöscht werden. Die Feuerwehrleute schlugen die Fenster eines Cafes ein, um dort die Verletzten versorgen zu können. Der festgenommene Tatverdächtige war der Polizei bereits mehrfach wegen mutmaßlicher Brandstiftung aufgefallen. (APA)