Wien - Als "kühn" hat der Projektleiter der Volkszählung, Karl Isamberth, die Behauptung des Kärntner Landeshauptmanns Jörg Haider (F) bezeichnet, wonach die Zahl der Kärntner Slowenen "dramatisch zurückgegangen" sei. Wie Isamberth am Montag auf Anfrage der APA erklärte, sei mit Ergebnissen über die Umgangssprache - und damit über die Volksgruppenzugehörigkeit - "nicht vor Ende des ersten Quartals" zu rechnen. Wirklich verlässliche Daten könne es erst nach Abschluss der Überprüfungen bei den Hauptwohnsitzen - voraussichtlich im Sommer kommenden Jahres - geben.Dramatischer Rückgang Haider hatte zur Entscheidung des Verfassungsgerichtshofes in Sachen zweisprachige Ortstafeln gemeint, "man hat das noch schnell entschieden, bevor die Ergebnisse der neuen Volkszählung auf den Tisch kommen". Diese würden zeigen, dass die Minderheit wieder "dramatisch zurück gegangen" sei. Isamberth dazu: "Ein Rückgang ist durch nichts, was wir wissen, vorhersagbar. Ich glaube nicht, dass irgendwer die Situation tatsächlich abschätzen kann." Man müsse sehr vorsichtig sein. Schließlich sei es bei der Volkszählung 1991 im Vergleich zu den Rückgängen der vergangenen Jahrzehnte bei der Minderheiten-Zugehörigkeit zu einem Stillstand gekommen. Damals wurden auf den Fragebögen erstmals die Sprachen aller anerkannten Volksgruppen explizit angeführt. "Wie weit dieser Effekt auch bei der heurigen Volkszählung zu tragen kommt, weiß man nicht", so Isamberth. (APA)