Brüssel/Rotterdam/Tora Bora -US-Verteidigungsminster Donald Rumsfeld hat Berichten widersprochen,wonach das El Kaida-Netzwerk in Afghanistan zerstört sei. Es braucheZeit, um die Kämpfer des Extremistenführers Osama bin Laden in denBergen um die Höhlenfestung Tora Bora endgültig zu besiegen, sagteRumsfeld am Montag in Brüssel. Damit widersprach er US-AußenministerColin Powell, der am Sonntag in einem Interview mit demUS-Fernsehsender NBC den Sieg des US-Militärs und die Zerstörung derEl Kaida verkündet hatte. "Die erste Regel des Krieges ist, dassPräsidenten entscheiden, wann etwas erreicht wurde", sagte Rumsfeldvor Journalisten. US-Kampfflugzeuge verlegten unterdessen offenbar ihr Einsatzgebietvon den Weißen Bergen an die Grenze zu Pakistan. Wie Kämpfer derörtlichen Stammeskrieger mitteilten, überflogen Kampfjets zwar aucham Montag die Festung Tora Bora, ohne jedoch Bomben abzuwerfen.Dagegen seien an der pakistanischen Grenze Explosionen zu hörengewesen. Die Bomben hätten möglicherweise fliehenden ElKaida-Kämpfern gegolten. Die Rotterdamer Polizei hat unterdessen bei der Verhaftung vondrei Männern im Zusammenhang mit den Terroranschläge in den USAVideoaufnahmen von Bin Laden gefunden. Dies teilte dieStaatsanwaltschaft am Montag in der niederländischen Hafenstadt mit.Auch seien gefälschte Pässe und Führerscheine in der RotterdamerWohnung gefunden worden. Auf den Bändern seien Interviews und Redenvon Bin Laden zu sehen. Die drei Männer waren zwei Tage nach den Anschlägen in den USAfestgenommen worden. Sie stehen unter dem Verdacht, terroristischeAnschläge auf amerikanischen Ziele in Europa vorbereitet zu haben.Sie sollen Verbindung zu dem ehemaligen tunesischen FußballspielerNizar Trabelsi gehabt haben, der zur selben Zeit in Belgien verhaftetworden war. Trabelsi hat den Angaben zufolge inzwischen gestanden, ander Planung eines Terroranschlages beteiligt gewesen zu sein. Nach Informationen der Staatsanwaltschaft hatte derHauptverdächtige in Rotterdam, der Franzose Jerome Courtailler,direkten Kontakt zu Trabelsi und einem in den Vereinigten ArabischenEmiraten verhafteten Algerier, der nach Angaben der französischenJustiz Verbindung mit dem Terrornetzwerk von Bin Laden hatte. NachInformationen der Staatsanwaltschaft soll der Franzose gefälschtePapiere an Trabelsi geliefert haben. Der 27-jährige zum Islambekehrte Franzose bestreitet dies. (APA/dpa)