Berlin - Die Literaturkritikerin Sigrid Löffler hatihren früheren Fernseh-Kollegen Marcel Reich-Ranicki einen"Kreischerkönig in der Glotze" genannt. Nach Beginn des"Literarischen Quartetts" hätten alle früheren Texte Reich-Ranickis"dem Spektakel eines Fernseh-Berserkers" nicht mehr standhaltenkönnen, schrieb Löffler in der der von ihr herausgegebenenZeitschrift "Literaturen" (Jänner-Ausgabe)."Zur Gaudi Autoren-Reputationen demoliert" Korrumpiert von der eigenen Prominenz habe Reich-Ranicki "zurGaudi vor allem der nicht lesenden ÖffentlichkeitAutoren-Reputationen gleich reihenweise demoliert" schrieb Löffler,die im Sommer 2001 im Streit mit Reich-Ranicki aus der ZDF-Sendungausgestiegen war. "Das Literarische Quartett" war am vergangenenFreitag nach 13 Jahren zu Ende gegangen. "Mit dem Fürchten dürfte es jetzt vorbei sein" In seinen besten Zeiten, als es im "Literarischen Quartett" nicht"um den Radau als medialen Selbstzweck" gegangen sei, sei die Sendungeinflussreicher als alle gedruckten Buchbeilagen zusammen gewesen."Die meisten Schriftsteller haben die Macht dieses Kritikersgefürchtet; die wenigsten haben ihn geachtet. Mit dem Fürchten dürftees jetzt vorbei sein", schrieb Löffler. (APA/dpa)