Wien - Nach zehn Jahren Bildungsarbeit hat das Institut für Kulturwissenschaft (ikw) mit September diesen Jahres aus finanziellen Gründen seinen Betrieb eingestellt. Das bedeutete gleichzeitig auch das Aus für die seit 1990 erfolgreich laufenden "Kuratorenlehrgänge" für das Museums- und Ausstellungswesen - was eine Ausbildungslücke auf dem Sektor hinterließ.Um diese zu füllen, wird an der Universität für angewandte Kunst ab März 2002 ein neuer postgradualer Lehrgang für "Exhibition and Cultural Communication Management" (ECM) starten. Entwickelt hat ihn Renate Goebl, ehemalige Leiterin des ikw, die auch jetzt wieder die Leitung übernimmt: "Die Nachfrage nach einer Fortsetzung der ikw-Lehrgänge war groß - das hat mich gereizt, ein neues Angebot zu konzipieren." In der viersemestrigen Ausbildung, die mit dem Titel "Master of Advanced Studies" abschließt, sollen die Teilnehmer lernen, komplexe Inhalte in Ausstellungen und anderen Präsentationsformen verständlich und publikumswirksam darzustellen und zu vermitteln. "Eine schöne Verpackung allein genügt nicht", sagt Goebl. "Der Inhalt muss im Mittelpunkt stehen, man muss wissen, welches Medium wofür am geeignetsten ist und was man mit dem Projekt eigentlich aussagen will - auch wenn der ökonomische Druck groß ist." Ein Schwerpunkt der Ausbildung sei deshalb auch die Entwicklung von Qualitäts- und Erfolgskriterien, um Projekte evaluieren zu können. Breite Zielgruppe Zielgruppe von ECM sind Personen aus Wissenschaft, Technik, Kunst und Kultur, Wirtschaft und Kommunikation, die in den Bereichen Aus- und Darstellen, Präsentieren oder Vermitteln tätig sind. Voraussetzungen für die Teilnahme sind ein abgeschlossenes Studium und Praxiserfahrung in einem der Tätigkeitsfelder oder mehrjährige einschlägige Berufserfahrung sowie ein erfolgreich absolviertes Aufnahmeseminar. Der Unterricht wird an Wochenenden abgehalten. Neben fachlichem Know-how werden dabei unter anderem auch Projektmanagement und Grundlagen zu Betriebsführung und Recht vermittelt. Die Teilnehmerzahl ist auf 26 beschränkt. Da der Lehrgang sich nur über die Teilnahmegebühren finanziert, sind die Kosten für den Einzelnen mit 33.025 Schilling (2400 EURO) pro Semester zwar "durchaus leistungsadäquat, aber dennoch hoch", weiß Goebl. Die Bewerbungsfrist läuft noch bis 15. Jänner 2002. (DER STANDARD, Print-Ausgabe, 18. 12. 2001)