Eine dem zuständigen Gericht vorgelegten Zeugenliste im Kartellrechtsprozess gegen Microsoft sorgt für Aufsehen. Die neun verbliebenen Klägerstaaten werden erstmals Branchenfremde in den Zeugenstand rufen. So sollen unter anderem Nokia Vice President William Plummer und der Produktmanager Larry Pearson von SBC Communications , einem der größten Telekommunikationsunternehmen der USA, gegen Microsoft aussagen. Das erste Mal Obwohl sich der Prozess nun schon über Jahre erstreckt, wäre dies das erste Mal, dass sich Firmen außerhalb der Softwarebranche zu Wort melden. Zu der Zeugenliste wollte Microsoft keinen Kommentar abgeben. Nur noch vereinfachte Version Die US-Bundesstaaten Kalifornien, Connecticut, Florida, Iowa, Kansas, Massachusetts, Minnesota, Utah, West Virginia und das District of Columbia wollen den Softwarekonzern dazubringen sein Betriebssystem Windows nur noch in einer vereinfachten Version anzubieten. Internet-Zugangssoftware und Multimedia-Elemente sollen aus dem Softwarepaket ausgekoppelt werden. Wenn es nach den Plänen der Kläger geht, soll Microsoft bei Nichterfüllung der Forderungen Quellcodes des Internet-Explorers und möglicherweise auch des Betriebssystems Windows veröffentlichen müssen. Einhaltung der Regelungen soll kontrolliert werden Anfang November konnte sich Microsoft mit der Hälfte der 18 klagenden Bundesstaaten einigen. Der Software-Konzern muss demnach PC-Herstellern mehr Freiheiten für den Einbau von Software konkurrierender Firmen gewähren. In der Einigung war auch die Berufung eines Beauftragten durch das Gericht festgelegt, der die Einhaltung der Regelungen kontrollieren soll. Microsoft hat einen Teil der Vereinbarung bereits erfüllt und zwei interne Beauftragte ernannt, die die Umsetzung der Forderungen garantieren sollen. Der Software-Konzern nominierte neben Odell Guyton (46) einem ehemaligen Staatsanwalt auch David Dadoun (37) einen Rechtsanwalt, der einige Zeit für die Aufsichtsbehörde Federal Trade Commission gearbeitet hat. Sein Spezialgebiet: Kartellrecht. (red)