Wien - Um jeweils mehr als ein Fünftel zugelegt hat die Raiffeisen Zentralbank (RZB) im Jahr 2001 beim Geschäftsumfang und Vorsteuerergebnis. Die starke Expansion im Osten hat im zu Ende gehenden Jahr die Mitarbeiterzahl konzernweit um 76 Prozent auf mehr als 14.000 ansteigen lassen. Die Konjunkturverschlechterung hinterlässt jedoch auch in der RZB-Bilanz ihre Spuren: Die Risikokosten werden nach Bankangaben im Vergleich zu 2000 "signifikant zulegen." IAS-Vorsteuerergebnis bei 218 Mill. Euro Nach vorläufigen Zahlen hat die RZB im Geschäftsjahr 2001 die Bilanzsumme um rund 20 Prozent auf 43,7 Mrd. Euro (601 Mrd. S) ausgeweitet. Das IAS-Ergebnis vor Steuern stieg um 21,8 Prozent auf rund 218 Mill. Euro, knapp 3 Mrd. S. "Die RZB fährt weiterhin unter Volldampf", erklärte RZB-Chef Walter Rothensteiner heute, Dienstag, bei der Bilanzvorschau. Der Return on Equity (ROE) nach Steuern werde bei 12 Prozent liegen. Er liege damit um rund 8 Prozent unter dem Vorjahreswert von 13,1 Prozent, jedoch bei wesentlich höherem Eigenkapital. Personalstand stark gestiegen Stark angestiegen ist 2001 wieder der Personalstand: Konzernweit werden derzeit rund 14.100 Mitarbeiter beschäftigt, ein Plus von 6.100 oder 76 Prozent. Wieder war die Expansion im Osten Grund für den Zuwachs: 2.400 Arbeitsplätze seien neu geschaffen worden, 3.700 kamen durch den Erwerb der Banca Agricola (Rumänien) und der Hrvatska Postanska Banka (Bosnien-Herzegowina) dazu. Auch in Österreich habe die RZB die Marktposition weiter verbessert. Kundenrückmeldungen bestätigen laut Rothensteiner die "wichtige Rolle der RZB als mittlerweile einzige Großbank in rein österreichischem Eigentum". Unterstützt werde das Inlandsergebnis durch die weiter fortschreitende "Margenanpassung an international übliche Größenordnungen". Das Nettokreditvolumen bei inländischen und von Wien aus betreuten multinationalen Kunden stieg in den ersten drei Quartalen 2001 um 12 Prozent gegenüber dem Vergleichszeitraum des Vorjahres auf 8,2 Mrd. Euro. Für dieses Kundensegment erwartet Rothensteiner auch zweistellige Bruttoertragszuwachsraten. ROE nach Steuern wieder bei rund 23 Prozent In den Tochterbanken in Zentral/Osteuropa (CEE) ist die Bilanzsumme um rund 47 Prozent auf circa 10,1 Mrd. Euro gestiegen. Der ROE nach Steuern soll wieder bei rund 23 Prozent liegen. Im Juli hat die Raiffeisenbank Jugoslavija als erste Auslandsbank des Landes in Belgrad begonnen, mit dem Privatkundengeschäft wurde im September begonnen. Nach nur drei Monaten sei die junge Bank die Nummer 1 im Neugeschäft bei Fremdwährungseinlagen geworden. Die Akquisitionen Banca Agricola und Hrvatska Postanska Banka, als Ergänzungen zu den bestehenden Banken in Rumänien bzw. Bosnien-Herzegowina, sind bereits in das bestehende Netzwerk integriert. Mit einem 10-prozentigen Anteil an der kasachischen Bank TuranAlem suchte die RZB ihre Märkte in Osteuropa und Fernost zu verbinden. 2001 wurde auch der Fernostmarkt forciert: Im Mai wurde die Filiale in Peking, einzige einer österreichischen Bank, offiziell eröffnet, ebenfalls im Mai eröffnete ein Bankbüro in Seoul. Risikovorsorgen 2001 fast verdoppelt "Die Konjunktur hat auch bei uns durchgeschlagen und wird auch noch in den nächsten zwei Monaten durchschlagen", sagte Rothensteiner zur Bilanzvorschau. Die Risikovorsorge für die Bilanz 2001 werden sich "jenseits der 100-Millionen-Euro-Grenze bewegen". Im Jahr 2000 hatten Risikokosten mit 60 Mill. Euro (826 Mill. S) zu Buche geschlagen. Das IAS-Vorsteuerergebnis wird zwischen 215 bis 220 Mill. Euro gesehen. Das Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit (EGT) sollte sich auf Vorjahresniveau bewegen oder leicht darüber liegen, hieß es ergänzend aus der Bank. (APA)