Der E-Commerce wird in diesem vierten Quartal spürbar zulegen. Dies geht aus einer Studie des Marktforschungsinstitutes Forrester hervor. Die Gründe für diese in Zeiten schwächerer Konjunktur atypische Reaktion sind unter anderem die Terror-Anschläge des 11. September. Die Entwicklung kommentierte Forrester-Analyst Christopher Kelly gegenüber der Fachsite Infoworld folgendermaßen: "Es gibt Menschen, die Reisen zu Verwandten absagen und stattdessen online Geschenke bestellen werden. Danach rufen sie ihre Verwandten an, um sie auf ein Paket gefasst zu machen". Mehr Vertrauen durch Terroranschläge Durch die Spenden-Websites, die nach den Terroranschlägen ins Leben gerufen wurden, fassten viele User Vertrauen in den Gebrauch der Kreditkarte über das Internet. Diese Wohltätigkeitsorganisationen "machten es so einfach, zu spenden, dass sogar User, die nie online eingekauft haben, bewegt genug für eine Spende waren". Von den bisherigen Spendeneinnahmen kamen rund 15 Prozent aus Online-Spendenaktionen. "Die Menschen haben die Hürden, die sie von einem Online-Einkauf abhielten, bewältigt", so Kelley. Opfer dieser Entwicklung ist die Reisebranche. Während viele E-Tailer von dieser Entwicklung profitieren und ihre Angebote ausbauen, kommt es zu herben Einbußen für die Reisebüros, Fluggesellschaften und Tourismuseinrichtungen. "Berichten zufolge ist Reisen in diesen Feriensaison nicht sehr beliebt", so Cynthia Lin, Pressesprecherin des Online-Shops des Supermarktgiganten Walmart. "Zuwächse im hohen zweistelligen Bereich" Auch in Europa macht sich dieses Phänomen bemerkbar. Philipp Humm, Deutschland-Chef des Online-Buchhändlers Amazon , rechnet mit Zuwachsraten "im hohen zweistelligen Bereich". Derzeit verschickt Amazon.de zwischen 60.000 und 70.000 Sendungen pro Tag, mehr als das doppelte des normalen Tagesdurchschnitts, der zwischen 20.000 und 30.000 Paketen liegt. "Nach der Katastrophe hatten wir zunächst einen Umsatzeinbruch. Mittlerweile haben wir aber eine extrem positive Entwicklung", so Humm zum Online-Dienst ZDNet . Die Verbraucher würden sich bei einem Einkauf via Internet mittlerweile sicherer fühlen. Todgeglaubte Dotcoms Gerade jetzt, zu einem Zeitpunkt, an dem das Wort "Rezession" allein bei Unternehmern schon Panikattacken auslöst, ist es der krisengeschüttelte E-Commerce, der mit großen Zuwächsen rechnen kann. Vor noch gut ein Jahr sahen viele Analysten eine große Pleitewelle über die noch jungen Dotcoms hereinbrechen. Viele Firmen hatten die Schwierigkeiten beim Verkauf von Waren und Dienstleistungen über das Internet unterschätzt. Nach Ansicht der Analysten des Marktforschungsinstitutes Nielsen/Netratings werden die Umsätze im diesjährigen Weihnachtsgeschäft im Vergleich zum Vorjahr um rund 43 Prozent auf 9,9 Milliarden US-Dollar ansteigen. Im Vergleichszeitraum lagen die Gesamtumsätze im E-Commerce bei lediglich 6,9 Milliarden Dollar. (eru)