Wien - Der österreichische Neonazi Karl Polacek wurdeam Dienstagabend im griechischen Amaladia verhaftet. Er war imSommer 1999 wegen nationalsozialistischer Wiederbetätigung zu zweiJahren Haft verurteilt worden. Vor Antritt der Strafe hatte er sichaber ins Ausland abgesetzt. Polacek sei auf Grundeines bestehenden österreichischen Haftbefehls in Amaladiafestgenommen worden, wurde am Mittwoch aus demInnenministerium bestätigt. Polacek war niedersächsischer Landesvorsitzender derrechtsextremen "Freiheitlichen Deutschen Arbeiterpartei" (FAP) undgalt als Drahtzieher zahlreicher neonazistischer GewaltaktionenAnfang der 90er Jahre in der BRD. Der gelernte Holzfäller Polacekführte seit Beginn der 80er Jahre Gruppen der rechtsextremen"Wiking-Gruppe" regelmäßig zu Wochenendübungen in dieniedersächsischen Wälder. In Deutschland wurde Polacek fünf malrechtskräftig verurteilt. Unter anderem, weil er mit einer Axt aufDemonstranten losgegangen war. Im Jänner 1992 wurde er nachÖsterreich abgeschoben. Bis 1999 hatte Polacek dann in Salzburg und Oberösterreich vorallem Skinheads um sich geschart und die Zeitschrift "BraunauerAusguck" mit eindeutig neonazistischem Inhalt herausgegeben. Er wurdedamals zu zwei Jahren Haft, davon sechs Monate unbedingt, verurteilt. Auf seine Spur sollen die griechischen Behörden nun aufgrund einesanonymen Hinweises gekommen sein. Laut Innenministerium ist nun dasLandesgericht Ried im Innkreis für Polacek zuständig. Dort war amMittwoch allerdings niemand mehr für eine Stellungnahme erreichbar. (APA)