Genf - Als bräuchte man eine weitere Rechtfertigung für Hilfe: Würden reiche Länder mehr Geld zur Bekämpfung von Krankheiten in der Dritten Welt ausgeben, könnten damit nicht "nur" Millionen Menschenleben gerettet, sondern auch die Weltwirtschaft gepusht werden. Dies geht aus einer Studie der Commission on Macroeconomics and Health der Weltgesundheitsorganisation WHO hervor. Der Bericht zeigt, dass nur einige wenige die Gesundheit betreffende Bedingungen für den hohen Anteil vermeidbarer Todesfälle in Entwicklungsländern verantwortlich sind. Gezielte Maßnahmen, unter Verwendung neuer Technologien, könnten rund acht Mio. Menschen jährlich das Leben retten. Experten kalkulierten, dass eine Erhöhung des medizinischen Aufwands von 66 Mrd. Dollar pro Jahr im Zeitraum zwischen 2015 und 2020 dafür ausreichend seien. Die Hälfte davon könnte durch direkte wirtschaftliche Vorteile aufgebracht werden. Gemeint ist ein verlängertes Leben der Bevölkerung in Entwicklungsländern, das bei besserer Gesundheit auch das Einkommen anhebt. Die zweite Hälfte liefern laut Bericht indirekte ökonomische Vorteile durch die größere individuelle Produktivität. Der Bericht regt zu einem "neuen Gesundheitspakt" der Geber- mit den Entwicklungsländern an. WHO-Generaldirektorin Gro Harlem Brundtland sieht in dem Bericht einen Wendepunkt. Die Analysen würden die Priorität der Entwicklungshilfe beeinflussen und könnten bereits in den kommenden Jahren realisiert werden. "Mit mutigen Entscheidungen im Jahr 2002 könnte eine Partnerschaft zwischen Reich und Arm mit beispielloser Bedeutung schaffen", so der Report im Wortlaut.(pte)