Washington - Die größten Errungenschaften derWissenschaft im Jahr 2001 haben Forscher auf dem Feld derNanocomputer erzielt. Das meinen die Herausgeber der renommiertenamerikanischen Fachzeitschrift "Science" . DieGrundlagenforschung, die kleine chemische Verbindungen (Moleküle)einmal zu Baugruppen für Computer machen könnte, habe im zu Endegehenden Jahr eine erstaunliche Entwicklung genommen. Im Jänner berichteten Forscher über den Informationsaustauschdurch molekülgroße Nanodrähte. Ein Nanometer ist der millionste Teileines Millimeters. Im November stellte ein weiteres Team winzigeSchaltungen vor, die mit Molekülen funktionieren. DieserEntwicklungssprung könnte den Weg für kleine, aber extrem schnelleund leistungsstarke Maschinen öffnen. Diese könnten beispielsweiseGespräche simultan übersetzen oder tief in den Körper vordringen, umKrankheiten zu diagnostizieren. Diese Rechner seien aber sicherlichnoch Jahre entfernt. Dann ohne Reihung Die weiteren Top Ten der Wissenschaft nennt "Science" ohneReihenfolge ihrer Wichtigkeit. Dazu zählt die Erforschung derEigenschaften der RNA (Ribonukleinsäure), die eine wichtige Rollebeim Ablesen der Gene spielt. So wurde entdeckt, dass sie auch beimMenschen Gene still legen kann. "Science" verweist darauf, dass im Jahr 2001 das Erbgut zahlreicher Organismen entziffert wurde. Insgesamt seien nun dieGenome von 60 Lebewesen bekannt, darunter die vielerKrankheitserreger. Großes Aufsehen erregten die Ankündigungen derArbeitsversionen des menschlichen Erbguts im Jahr 2000 und derenVeröffentlichungen im Februar 2001. Japanische Wissenschafter entwickelten neue metallische Supraleiter , die schon bei vergleichsweise hohen Temperaturen vonminus 234 Grad Celsius Strom ohne Widerstand leiten. GroßeKohlenstoff-Verbindungen, die so genannten Buckyballs , schaffen diesbereits bei minus 156 Grad, wie ein anderes Team herausfand. Mediziner entwickelten mit Glivec ein hochspezifisches Medikamentgegen Leukämie, das 2001 unter anderem in den USA und Deutschlandzugelassen wurde. Das internationale Forschergremium IPCC stellte fest, dass dergrößte Teil der Erderwärmung in den vergangenen 50 Jahren denmenschengemachten Treibhausgasen zuzurechnen ist. Gleichzeitig fandenandere Forscher, dass in den USA bis zu einem Drittel der Menge anausgestoßenem Kohlendioxid unter anderem durch Landflächen wiederaufgenommen wird. Diese Speicherkapazität könne sich aber künftigvermindern. Als weitere große Fortschritte im Jahr 2001 nennen die "Science"-Herausgeber die Beobachtungen, wie Nervenverbindungen wachsen und wiesich bestimmte kleine Atomteilchen ( Neutrinos ) in andere Typenumwandeln können. Auch die Forschung um das Bose-Einstein-Kondensat ,ein Materiezustand bei sehr tiefen Temperaturen, mache großeFortschritte. Neue Zeit Die Anschläge vom 11. September haben auch auf die Wissenschaftgroße Auswirkungen gehabt: Die "Science"-Experten verweisen unteranderem auf Veränderungen der Prioritäten in der Forschung und neueSicherheitsbestimmungen für Labore. (APA/dpa)