Wien - Eine klare Führung für die SPÖ und einen komfortablen Vorsprung der ÖVP vor der FPÖ weist das Meinungsforschungsinstitut OGM in seinen aktuellen Daten zur Sonntagsfrage aus. Verlierer des Jahres ist demnach die ÖVP, die im Dezember des Vorjahres noch an erster Stelle gelegen war. SPÖ und Freiheitliche haben im Jahresverlauf zulegen können. Ein Minus weisen die Umfragen (500 Interviews, Schwankungsbreite 4,5 Prozent) auch für die Grünen aus.Die SPÖ könnte laut dem Institut derzeit mit 35 Prozent der Stimmen rechnen, für die ÖVP werden 28 Prozent ausgewiesen. Der FPÖ werden 24 Prozent gegeben, den Grünen elf Prozent. Vor einem Jahr hat die Situation noch anders ausgesehen. Damals durfte die ÖVP mit 33 Prozent rechnen, die SPÖ knapp dahinter mit 32 Prozent. Die Freiheitlichen lagen Ende 2000 abgeschlagen mit 19 Prozent auf Platz drei, die Grünen bei 13 Prozent. Die Veränderung in der Parteienpräferenz der Bevölkerung gegenüber dem Vorjahr ist kontinuierlich abgelaufen. Bereits im Februar hat die SPÖ die ÖVP überholt und den Spitzenplatz dann nicht mehr abgegeben. Ortstafelstreit wird FP nix bringen Für OGM-Experten Peter Hajek ist der "satte Polster" der SPÖ insoferne etwas überraschend, als die große Oppositionspartei zum Teil eine "sehr unklares Profil" aufweise. Es werde an Parteichef Alfred Gusenbauer und seiner Führungsmannschaft liegen, die gute Ausgangsbasis zu nutzen. Für die Grünen sieht er insgesamt leichten Rückenwind durch die Causa Temelin. Die Höchstwerte der vergangenen Monate seien eigentlich schon jenseits des Potenzials der Partei gelegen. Für die Freiheitlichen spricht Hajek von einem Temelin-Bonus und - trotz Regierungsbeteiligung - von einem "Oppositions-Bonus". Die Ortstafelfrage werde wiederum werde seiner Einschätzung nach keinen langfristigen Gewinn bringen. Diese Zeit sei vorbei. Die Volkspartei schließlich habe vor einem Jahr stark vom Ende der Sanktionen profitiert. Und: "Das jetzige Problem ist nicht ihre Regierungsperformance." Vielmehr sei die "starke Oppositionspolitik" des Partners FPÖ ein Problem für die ÖVP. Vor der Wahl 2003 könnte sie dann aber von ihrer Regierungstätigkeit profitieren.(APA)