Rom - Der Senat in Rom hat eine umstrittene Gesetzesvorlage gebilligt, die es im Ausland lebenden Italienern ab den nächsten Parlamentswahlen erlaubt, in der alten Heimat mitzuentscheiden. Das Gesetzesprojekt, das vom Minister für die Auslandsitaliener Mirko Tremaglia ausgearbeitet worden ist, sieht die Bildung eines neuen Wahlkreises im Ausland vor. Die rund 3,9 Millionen Auslandsitaliener werden per Post wählen können. Sie sollen nicht nur wählen dürfen, sondern auch ihren eigenen Vertreter im Parlament haben. Die Auslandsitaliener werden 18 Parlamentarier, das heißt 12 Abgeordnete und sechs Senatoren, wählen dürfen. Die Sitze werden durch eine Neuverteilung der italienischen Wahlkreise frei werden. Die Vertreter der Auslandsitaliener erklärten sich mit dem Resultat der Abstimmung zufrieden. Seit 1955 warten sie auf ein Gesetz, um im Ausland wählen und eigene Kandidaten stellen zu dürfen. Auch der Verfasser des Reformprojekts Tremaglia sprach von einem "historischen Erfolg", der eine deutliche Besserung der Beziehungen mit den Italienern ermöglichen wird, die nicht in ihrer Heimat leben. (APA)