Sie ist die Beauftragte für Kontakte mit der Zivilgesellschaft in Kabul: So nennt sich die Aufgabe von Ursula Müller im zerstörten Afghanistan zumindest auf dem Papier. Dabei geht es der studierten Volkswirtin und langjährigen Mitarbeiterin im Auswärtigen Amt der BRD vor allem um eine (riesige) Bevölkerungsgruppe: Die Frauen. Sie sollen im Aufbauprozess Afghanistans endlich zu Wort kommen und mehr noch: Mitbestimmen.Mit der Situation von Frauen in Nachkriegszeiten kennt sich Ursula Müller aus. Sie betreute in den vergangenen Jahren traumatisierte Frauen in Ex-Jugoslawien und weiß aus ihren Auslandserfahrungen, wie z.B. in Tansania, dass es auf den richtigen Zeitpunkt der Intervention ankommt: "Es ist besonders wichtig, jetzt dorthin zu kommen, wo alles im Fluss ist", weiß Ursula Müller. Es gelte "die Kreativität, Energie und die Durchsetzungskraft von Frauen" freizusetzen, nicht zuletzt deshalb, weil sonst ein "enormes Potenzial" für den Wiederaufbau Afghanistans verloren gehen würde. Als erstes gelte es jedoch, die weibliche Bevölkerung zusammenzuführen und zu bestärken.(red)