Wien - Die Einführung einer Sterbekarenz für die Pflege von sterbenden Familienangehörigen nimmt konkrete Formen an. Wirtschafts- und Arbeitsminister Martin Bartenstein (V) präsentierte am Freitag einen entsprechenden Gesetzesentwurf. In Kraft treten soll das Gesetz mit 1. Juli 2002. Die Eckpunkte: Die ArbeitnehmerInnen sollen einen Rechtsanspruch auf die Inanspruchnahme der Sterbekarenz haben, sie sollen weiter kranken- und pensionsversichert sein und einen Kündigungsschutz haben, sagte Bartenstein bei einer Pressekonferenz. Die Sterbekarenz versteht Bartenstein als Antwort auf das holländische Modell der Sterbehilfe. Alle ArbeitnehmerInnen sollen demnach einen Rechtsanspruch auf eine Voll- oder Teilzeit-Karenz haben. Entgegen einem früheren Vorschlag wurde der Kreis der Berechtigten ausgeweitet. Grundsätzlich bedarf es keiner Zustimmung des Arbeitgebers, wie Bartenstein betonte. Für die Dauer der Sterbebegleitung soll auch ein Kündigungs- und Entlassungsschutz gelten. Die ArbeitnehmerInnen sollen während der Sterbebegleitung auch weiterhin kranken- und pensionsversichert sein, erläuterte Bartenstein. (APA)