Buenos Aires - Der argentinische Kongress wird nach dem Rücktritt des Staatspräsidenten Fernando de la Rua an diesem Samstag einen Übergangspräsidenten wählen. Die Volksvertretung muss außerdem darüber entscheiden, ob jener die verbleibenden zwei Jahre von de la Ruas Amtszeit im Amt bleiben wird oder ob in drei Monaten Neuwahlen angesetzt werden. Am Freitag hatte der Kongress den Rücktritt de la Ruas angenommen. Damit wurde der bisherige Senatspräsident Ramon Puerta zum amtierenden Präsidenten. Puerta möchte das Amt aber nicht länger als 48 Stunden ausüben. Für das Amt des Interimspräsidenten werden als mögliche Kandidaten die peronistischen Senatoren Eduardo Camaqo, Juan Carlos Maqueda und Oscar Lamberto genannt. Die kommende Übergangsregierung muss zusammen mit dem Kongress über die inzwischen als unvermeidlich betrachtete Abwertung des Peso entscheiden und mit den Gläubigern über eine Schuldenregelung verhandeln. Dem hochverschuldeten südamerikanischen Land droht die Zahlungsunfähigkeit. Am Mittwoch und Donnerstag hatten gewaltsame Proteste gegen die Sparpolitik der Regierung und eine Serie von Plünderungen das Land erschüttert. Auch am Freitag wurden wieder Plünderungen von Supermärkten gemeldet, so aus dem Städten La Plata und Pontevedra im Bannkreis der Hauptstadt Buenos Aires, ferner aus General Rodriguez und Nueve de Julio. (APA/dpa)