Buenos Aires - In Argentinien wird am 3. März nächsten Jahres ein Nachfolger für den zurückgetretenen Präsidenten Fernando de la Rua gewählt. Das kündigte der bisherige Übergangspräsident und Senatsvorsitzende Ramon Puerta am Freitag an. Bis dahin soll der Peronist Adolfo Rodriguez Saa das Land als interimistisches Staatsoberhaupt führen. Der Gouverneur der Provinz San Luis wurde von seiner Partei als Kandidat für das Amt nominiert. Seine Wahl durch den Kongress am Samstagabend gilt als sicher. Der bisherige Staatschef De la Rua war am Donnerstag wegen der schweren politischen und wirtschaftlichen Krise in seinem Land zurückgetreten. Bei gewaltsamen Protesten waren in den vergangenen Tagen nach Medienberichten mindestens 25 Menschen getötet worden. De la Rua warf am Freitag den oppositionellen Peronisten vor, sein Ausscheiden aus dem Amt "überstürzt" herbeigeführt zu haben. Er kritisierte die Peronisten, dass sie ihm in der schwierigen Situation des Landes die Unterstützung versagt hätten, die sie ihm auf Grund ihrer parlamentarischen Mehrheit hätten gewähren können. Puerta kritisierte seinerseits De la Rua, weil dieser als letzte Amtshandlung Freitag früh den erst am Mittwoch verhängten Ausnahmezustand aufgehoben hatte. Er werde ihn dort wieder herstellen, wo dies nötig sei, meinte Puerta. Für die Provinz Buenos Aires erklärte Puerta bereits am Abend erneut den Ausnahmezustand. Die kommende Übergangsregierung muss zusammen mit dem Kongress über die inzwischen als unvermeidlich betrachtete Abwertung des Peso entscheiden und mit den Gläubigern über eine Schuldenregelung verhandeln. Dem hochverschuldeten südamerikanischen Land droht die Zahlungsunfähigkeit. Die künftige argentinische Regierung will zur Lösung der Schuldenkrise den Wechselkurs des Peso vom US-Dollar lösen und einen Nothilfeplan für bedürftige Menschen aufstellen. Der Abhängigkeit der Wirtschaft vom Dollar müsse ein Ende bereitet werden, verlautete am Freitag aus Kreisen der bisher oppositionellen Peronisten. Die Partei wolle den vor zehn Jahren eingeführten festen Wechselkurs vom Peso zum Dollar aufheben, hieß es. Der designierte Wirtschaftsminister Oscar Lamberto sagte, die neue Regierung wolle vor allem das Vertrauen der Verbraucher in die einheimische Wirtschaft wiederherstellen. Den Bürgern müsse vermittelt werden, dass ihre Sparguthaben nicht angetastet würden. Unter der Regierung De la Rua konnten Sparer monatlich nur noch bis zu 1000 Peso Bargeld von ihren Konten abheben. (APA/dpa)