Hamburg - Der israelische Premier Ariel Sharon ist unter bestimmten Voraussetzungen zu neuen Verhandlungen mit den Palästinensern und am Ende auch zur Anerkennung eines palästinensischen Staates mit eingeschränkter Souveränität bereit. Wenn Präsident Yassir Arafat "hundertprozentige" Anstrengungen im Kampf gegen den Terror unternähme, würde Israel die Verhandlungen nicht unterbrechen, "wenn irgendein Wahnsinniger losschlägt", sagte Sharon laut Vorausbericht in einem Interview für die deutsche Wochenzeitung "Die Zeit", das in der kommenden Ausgabe erscheint. Arafat müsse die Terroristen und Chefs der Terrororganisationen tatsächlich verhaften. Die Terrorgruppen müssten wirklich entmachtet und ihre Büros nicht lediglich versiegelt werden, forderte Sharon. Ihre Waffen müssten abgeliefert und US-Vertretern übergeben werden. Wenn Israel Arafat Hinweise auf geplante Attentate gebe, müsse Arafat vorbeugend tätig werden. Auch müssten die Hetze und die Aufwiegelung zur Gewalt aufhören. Die Konzessionen, die sein Amtsvorgänger Ehud Barak im Juli 2000 in Camp David Arafat angeboten hatte, würde er nicht wiederholen, sagte Sharon. "Zum Schluss wird es einen palästinensischen Staat geben. Zum Schluss", bekräftigte er. "Aber einen demilitarisierten Staat, der keine Bündnisse mit den Feinden Israels schließen darf. Israel muss die Lufthoheit behalten, sonst können wir uns ja hier kaum bewegen." (APA/dpa)