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Sicherheitsexperten nennen das Jahr 2001 das schlimmste Jahr der Computerviren und der Dezember soll der schlimmste Monat gewesen sein, doch für 2002 sind die Prognosen noch viel schlechter. Nun auch mobil Anti-Viren-Spezialisten prognostizieren das neue gefährlichere und gemeinere Viren immer neue Wege finden werden sich in Computersysteme einzuschleichen. Im Jahr 2002 sollen auch mobile Geräte wie etwa Pocket PCs oder Smart Phones unter einem starken Virenbefall leiden. "User sollten sich einstellen" "Computeruser sollten sich darauf einstellen, dass mehr Viren und vor allem gefährlichere Computerschädlinge als bisher, versuchen werden ihre Systeme lahm zu legen", so Vincent Weafer, Senior Director des Symantec Security Response Center. Virenschreiber haben gemerkt wie einfach man Anwender mit Ankündigungen wie "Naked Wife" oder Fotos bekannter Stars (wie etwa Anna Kournikova) dazu bringen kann, Attachments zu öffnen. Gefälschte Umfragen oder manipulierte Anti-Viren-Software Wer nicht auf den Absender achtet, wird mit gefälschten Umfragen oder Kettenbriefen gegen den Terror, gegen Kriege oder mit Mails die Anti-Viren-Software versprechen, erlebt dem Öffnen so mancher Anhänge sein blaues Wunder. Nicht mehr nur via E-Mail Der gefährlichste Virus 2001 kam aber nicht über E-Mails zu seinen Opfern: Code Red nutzte Sicherheitslücken in der Internet Information Server Software von Microsoft und infizierte so etwa 300.000 Rechner. "Angriffe aus dem Internet werden im Jahr 2002 verstärkt und mit ungeahnter Stärke auf User hereinbrechen", so die Prognose der Experten. Unzählige Angriffsmöglickeiten Code Red und Nimda zeigten sich als erste Vorboten einer erwarteten Reihe weiterer Schädlinge. Ein Virus sucht sich nun gleichzeitig mehrere Angriffswege um sich möglichst schnell und vor allem möglichst großflächig ausbreiten zu können. Die Verbindung der "Vorzüge" eines Virus werden mit den "herausragenden" Eigenschaften eines Trojaners zu einer gefährlichen Waffe verschmolzen. Wie Weafer sagt: "Früher gab es Hacker Tools auf der einen, und Virenschreiber auf der anderen, heute kommen beide zusammen." Virenangriff beim Internetsurfen Vincent Gullotto, Mitglied des Network Associates Inc.s Antivirus-Response Team, warnt ebenfalls vor verstärkten Attacken. Seiner Meinung nach werden User in Zukunft besonders auf Mails achten müssen, die sie auf infizierte Webseiten locken wollen. Wenn Anwender diese Seiten dann besuchen wird der Viren-Code installiert und ausgeführt. "Man muss nicht auf Etwas doppelklicken um den Virus zu starten. Es gibt kein Attachment mehr," sagt Gullotto. Smartphones in Gefahr "Da Geräte wie der Microsoft Pocket PC 2002 oder der Nokia Communicator an den Desktop angeschlossen werden können um Informationen zu beziehen, sind sie denselben Gefahren ausgesetzt. In Zukunft werden Virenschreiber verstärkt auch solche Geräte in ihre Pläne miteinbeziehen", Mikko Hypponen, Manager der Antiviren-Firma F-Secure Corp. "Wireless Viruses" "Die nächste Welle von Attacken wird nicht von PCs ausgehen, sondern von "Wireless Viruses", so George Samenuk, Mitarbeiter bei Network Associates. Und weiter: "Weniger als fünf Prozent der mobilen Geräte haben Virenschutz-Programme installiert. Eine einfache Beute". Gefahr durch Instant Messaging Eine weitere Warnung der Experten betrifft die Gefahren durch Instant Messaging. Script und Virencodes können beim Datentransfer zwischen mobilen Geräten via Instant Messaging mitgeschickt und zur Ausführung gebracht werden. Viren-Experte Gullotto: "Heute kann man einfach mit einem gesendeten Script oder einem Stück Viren-Code Handys lahm legen."(red)