Seoul - Die geplante Allianz des südkoreanischen Chipherstellers Hynix mit dem US-Wettbewerber Micron, die zu einer Verringerung der Überkapazitäten auf dem Weltmarkt für Speicherchips führen könnte, soll nach Hynix-Angaben schon im kommenden Monat vereinbart werden. "Wir wollen eine Grundsatzvereinbarung mit Micron im Jänner unterzeichnen", sagte ein Hynix-Sprecher am Mittwoch in Tokio. Ein Sprecher von Micron betonte aber am Donnerstag, dass es noch keinen fixen Zeitplan gebe. Analysten hatten den Ausgang der Kooperationsgespräche auf Grund möglicher Bewertungsprobleme bisher skeptisch gesehen, sich am Mittwoch aber optimistisch über einen erfolgreichen Abschluss geäußert. An den Aktienmärkten stiegen die Kurse von Chip-Firmen am Mittwoch an, was mit der Hoffnung begründet wurde, dass bei einer Allianz Hynix/Micron die Chip-Preise steigen könnten. Experten hatten bereits bei Bekanntwerden der Allianzabsichten gesagt, ein erfolgreicher Abschluss der Gespräche könnte der gesamten Chip-Branche Auftrieb geben. Eine Kooperation könnte den Abbau von Überkapazitäten nach sich ziehen, was zu steigenden preisen führen könnte. Micron ist die weltweite Nummer zwei und Hynix die Nummer drei unter den Herstellern für Speicherchips. Branchenführer ist die südkoreanische Samsung. Die Chip-Firmen, darunter auch die deutsche Infineon, haben seit vielen Monaten mit Überkapazitäten und einem drastischen Preisverfall zu kämpfen. Vereinbarung noch unklar Wie eine Allianzvereinbarung zwischen Micron und Hynix aussehen könnte, wurde bisher noch nicht bekannt. Analysten sagten, es sei möglich, dass Micron die Kontrolle in der Hynix-Unternehmensführung übernehme oder aber auch nur einige Firmenbereiche von Hynix erwerbe. "Micron könnte eine Kontrollmehrheit und die Rechte an der Führung des Unternehmens haben wollen", sagte etwa Kim Young-june, Analyst bei Kyobo Securities. "Falls Micron die Kontrollmehrheit nicht bekommt, könnte es sein, dass sie auch nur ein oder zwei Werke von Hynix übernehmen (...)." Micron hatte bereits erklärt, in einer Minderheitsbeteiligung an Hynix keine Vorteile für Micron zu sehen. Bereits in der vergangenen Woche hatte Micron ein Werk des japanischen Wettbewerbers Toshiba in den USA übernommen, um damit eine größere Kontrolle über den Sektor und die Preise am Speicherchip-Markt zu bekommen. Die finanziell angeschlagene Hynix ist zuletzt von ihren Kreditgebern unter Druck gesetzt worden, Firmenanteile zu verkaufen, um Geld in die Kassen zu bekommen. (APA/Reuters)