Wien - Mit der zunehmenden Privatnutzung des Internets nehmen auch die Onlinekäufe stetig zu. In den USA und in Europa haben Weihnachtseinkäufe den Webshops heuer ein kräftiges Umsatzplus beschert. Dabei stärkte die schwindende Konkurrenz den verbliebenen Anbietern den Rücken, wie der Vizepräsident von Yahoo-Shopping, Rob Solomon, in der Financial Times Deutschland hervorhob. Insbesondere das Merchandising rund um den derzeit laufenden Kinofilm Harry Potter habe die Umsätze anlässlich von Weihnachtskäufen in die Höhe getrieben, so News.Com .

Laut BizRate.com, einem Anbieter, der sich auf Onlinepreisvergleiche spezialisiert hat, dürften die Internetverkäufe in den USA von Mitte November bis 24. Dezember 6,4 Mrd. Dollar, 7,2 Mrd. EURO (rund 100 Mrd. Schilling), ausmachen. Die "Last-Minute-Shoppers" kauften Waren im Wert von 54 Millionen Dollar. Verglichen mit dem Vorjahres-Weihnachtsgeschäft ergibt dies eine Zunahme von 26 Prozent. Das Vorweihnachtsgeschäft hatte sich von 1999 auf 2000 allerdings verdoppelt.

In Österreich, wo wie überall in Europa rund 25 Prozent des Onlinejahresumsatzes im Dezember getätigt werden, geben sich die Shopanbieter ebenfalls zufrieden. Neben Büchern und Musik-CDs, die erfahrungsgemäß gerne über das Web geordert werden, wurden heuer laut Sigrid Bachinger von jet2web Telekom vor allem Prepaid-Karten und Telefone gekauft.

Schnelle Trennung

Für die Onlineauktionshäuser wie eBay und OneTwoSold begann das Geschäft erst ab dem 25. Dezember. "Wir bemerken jedes Jahr nach Weihnachten, dass mehr Artikel zur Versteigerung angeboten werden als sonst", sagt Franz Karner, Geschäftsführer der OneTwo Internet Handels GmbH. "Die Leute verkaufen Geschenke, die sie nicht wollen, oder gebrauchte Geräte, wenn sie ein neueres bekamen." So finden sich seit dem Stephanitag auf der Seite von OneTwoSold eine Gefrierkühltruhe, Dachträger, Glasvitrinen, Teekannen und Wecker. Auch viele Musik-CDs werden zu verkaufen versucht. Karner: "Wahrscheinlich, weil der Beschenkte sie schon besitzt." Yahoo auf Vordermann Dem US-Anbieter Yahoo hat das Internet nach eigenen Angaben ein kräftiges Umsatzplus beschert. An den Weihnachtsfeiertagen sei der Umsatz um 86 Prozent im Vergleich zum Vorjahr gestiegen, teilte das Unternehmen am Mittwoch mit. Zahlreiche Kunden hätten ihre Einkäufe lieber von zu Hause aus getätigt, anstatt sich zum Shopping in die Warenhäuser oder Einkaufszentren aufzumachen. Das von zuvor von einigen Analysten erwartete Umsatzwachstum zu den Feiertagen von zehn Prozent sei mehr als achtfach übertroffen worden, hieß es weiter. Der Yahoo-Aktienkurs stieg an der New Yorker Börse in einem festen Marktumfeld um 8,16 Prozent auf 18,03 Dollar. Auch die Aktien des Internet-Händlers Amazon legten kräftig zu. Amazon-Papiere stiegen um über elf Prozent auf 10,93 Dollar. (ruz, Reuters, APA, Der Standard, Printausgabe, 28.12.01)