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Genf - In Afghanistan inhaftierte Taliban und Kämpferder Terrororganisation El Kaida müssen nach Ansicht desInternationalen Komitees vom Roten Kreuz (IKRK) als Kriegsgefangenebehandelt werden. Die international anerkanntenMenschenrechtsgarantien müssten auf sie angewendet werden, sagteIKRK-Sprecherin Antonella Notari am Donnerstag in Genf. "Für allegilt die dritte Genfer Konvention - jedenfalls solange nicht dasGegenteil bewiesen wird", meinte sie. Zu den Garantien der dritten Genfer Konvention gehöre insbesonderedie Verurteilung durch ein unabhängiges und unparteiisches Gericht.Ebenso müssten die Unschuldsvermutung und das Recht auf eineVerteidigung gegeben sein. Ein Artikel der Genfer Konvention siehtnach Angaben der Sprecherin jedoch vor, dass ein Gericht entscheidenkann, dass ein Gefangener nicht mehr als Kriegsgefangener gilt. Diesgelte insbesondere dann, wenn der Betroffene Kriegsverbrechenbegangen habe, sagte sie. Das IKRK hat nach Angaben Notaris in Afghanistan bisher 2400Gefangene in 30 verschiedenen Lagern besucht. In den vergangenenTagen hätten zum ersten Mal auch 16 ausländische El Kaida-Kämpferbesucht werden können, die von den Amerikanern festgehalten werden.Wie mit den anderen Gefangenen seien auch mit den El Kaida-KämpfernGespräche unter vier Augen geführt worden, so die Sprecherin. Mit den amerikanischen Behörden verhandle das IKRK über freienZugang zu einem Gefangenenlager, das zur Zeit im Militärstützpunkt"Rhino Camp" bei Kandahar eingerichtet werde. Außerdem möchte dasIKRK auch Gefangene auf dem Kriegsschiff "USS Peleliu" besuchen. USA halten 45 Taliban- oder El-Kaida-Kämpfer gefangen Die USA halten insgesamt 45Kämpfer der Taliban oder der El-Kaida-Organisation von Osama binLaden gefangen. 37 von ihnen werden in einem Gefängnis der US-Marinesauf dem Flughafen der südafghanischen Stadt Kandahar verhört, wieeine Sprecherin des Pentagon am Donnerstag in Washington mitteilte.An der Vernehmung seien auch Agenten der US-Bundespolizei FBIbeteiligt. Acht weitere Gefangene befänden sich auf dem Kriegsschiff"Peleliu" im Golf von Oman. Medienberichte, wonach einige der Kämpferauf den US-Militärstützpunkt Guantanamo auf Kuba gebracht werdensollten, bestätigte die Sprecherin nicht. Derweil setzten US-Spezialeinheiten ihre Suche nachEl-Kaida-Mitgliedern in der Bergregion von Tora Bora im OstenAfghanistans fort. Nach wie vor seien aber keine Marineinfanteristendaran beteiligt, sagte Armeesprecher Brad Lewell in Washington. AmMittwoch hatte er erklärt, die Marines seien jederzeit zu einemEinsatz bereit. (APA/dpa)