Wien - 100 Prozent mehr Umsatz im Vergleich zum Vorjahr ist für Peter Trcka, Vorsitzender der Geschäftsführung von Europay Austria, eine mehr als angenehme Begleiterscheinung der Euroumstellung. Damit nicht genug: "Wir erwarten Zuwächse in gleicher Höhe auch im nächsten Jahr." Vorerst nimmt sich der bereits heuer getätigte Umsatz per Quickcash im Vergleich zum Kreditkartenumsatz (40 Milliarden Schilling pro Jahr) bei Europay noch bescheiden aus: Um 300 Millionen Schilling (21,8 Millionen Euro) wurde bis Ende November eingekauft. Offensichtlich steigende Akzeptanz dieser Zahlungsart sollte die Umsätze in die Höhe treiben."Quickcash" Die Einführung von "Quickcash" soll daher für Europay in den nächsten Jahren zum großen Gewinnbringer werden. Das Unternehmen ist der einzige Anbieter des Zahlungssystems in Österreich, bei dem auf eine Bankomatkarte ein Guthaben aufgebucht wird, das bei Offline-Kassen ausgegeben werden kann. Eine Marktsättigung erwartet Trcka erst "in vier, fünf Jahren", wenn dann flächendeckend in jedem Geschäft und an jedem Kaffeeautomaten mit der Karte bezahlt wird. Bisher konnten maximal 1999 Schilling Guthaben pro Karte aufgebucht werden. Ab 1. 1. sind Beträge von bis zu 400 Euro möglich. "Vor allem mehr Artikel des täglichen Bedarfs - Milch, Zeitung - werden mit der Karte bezahlt werden", glaubt Trcka. Allein im Billa-Konzern gibt es daher für diese Einkäufe schon 5000 Quickcash-Kassen, Bankomat-Abbuchungen wurden bereits zur Norm. Selbstbedienungsautomaten Interessant für die bargeldlose Zahlung werden auch die Selbstbedienungsautomaten, an denen man etwa Zigaretten bekommt. An 2107 Automaten ist dies bereits möglich. Insgesamt kann an 32.000 Terminals in ganz Österreich per Karte bezahlt werden. Das Installieren eines Quickcash-Automaten kostet 15.000 Schilling (1090 Euro). Gut die Hälfte davon übernimmt Europay. Dies dient als Anreiz für Geschäftsleute, die bargeldlose Zahlung bei sich einzuführen. Was sich wiederum für Europay rechnet, denn 0,5 Prozent der Beträge, die mit Quickcash beglichen werden, fallen für sie als Provision ab. (Andrea Waldbrunner, DER STANDARD Print-Ausgabe 28.12.2001)