Die ernsthaften Menschen mit den mitleidig-strengen Blicken, die einem darzulegen versuchten, dass man zu Weihnachten, dem Fest der familiären Besinnlichkeit, doch wohl um Gottes Willen keinen Alkohol schenken solle. Und es mag Fälle geben, in denen diese Einstellung ja auch durchaus seine Berechtigung hat, zum Beispiel dann, wenn der oder die damit beschenkte den Stoff aus irgendeinem Grund nicht verträgt, nicht mag, oder schon genug davon hat. Oder natürlich auch dann, wenn man mit "Alkohol" grundsätzlich nur jene industriell abgefüllten, gefärbten, aromatisierten und sonstwie jeglicher Persönlichkeit beraubten Blaumacher meint. Nur ist eben Alkohol nicht Alkohol. Und eine tolle Flasche Portwein macht sich noch allemal gut unterm Baum (und noch besser am festlichen Tisch), oder angesichts einer Flasche edelsten Rotweines aus französischen, italienischen, spanischen, kalifornischen und nicht zuletzt österreichischen Weingärten muss man auch nicht mosern. Gerade sehr guter Wein verdient es nämlich echt nicht, nur an den schädlichen Auswirkungen des ihm zu ungefähr 13 Prozent innewohnenden Alkohols gemessen zu werden. Denn abgesehen davon, dass immer mehr Untersuchungen ohnehin belegen, wie gesund der rote Saft in Maßen genossen ist, ist er auch ein handwerkliches Produkt, dessen Herstellung viel Mühe, jahrelanges Sammeln von Erfahrungen und oft die jahrhundertelange Pflege einer landwirtschaftlichen Kultur bedeutet. Das setzt natürlich auch voraus, dass man ein solches Geschenk zu würdigen weiß, es also nicht mit Cola aufspritzt, und es bitte auch nicht mit weihnachtlichen Gewürzen versetzt auf den Herd stellt, um ihn dann aus dem Becher zu saufen. Sollte man solches planen, bin ich dann nämlich doch wieder ganz bei den Asketen und der Meinung, dass sich Socken oder ein Kalender mit Plastikeinband und lustigen Sprüchen als Geschenk doch besser geeignet hätten.