Kuala Lumpur - Wegen eines bewaffneten Umsturzversuchesvor 17 Monaten sind am Freitag in Malaysia drei islamistischeExtremisten zum Tod und 16 weitere zu lebenslangen Haftstrafenverurteilt worden. Den Mitgliedern der Organisation "Al Maunah"(Bruderschaft der inneren Macht) wurden Pläne zur Last gelegt,in dem südostasiatischen Königreich ein islamistischesRegierungssystem zu errichten. Die Al-Maunah-Mitglieder hatten im Sommer 2000 in der nördlichenStadt Grik bei einem Überfall auf ein Waffenlager mehr als 100 Sturm-und Maschinengewehre sowie Raketenwerfer erbeutet. Sie wurden vierTage durch den Dschungel verfolgt, ermordeten auf der Flucht zweiGeiseln und ergaben sich schließlich. Die Staatsanwaltschaft hattefür alle 19 Angeklagten die Todesstrafe beantragt. Lange Haftstrafen Richter Zulkefli Ahmad Makinuddin folgte dem Antrag im Falldes 30-jährigen Anführers Mohamad Amin Razali und dessen beidenVertrauten Zahit Muslim und Jamaludin Darun. Bei Gelingendes Umsturzversuchs wären die Folgen für die Bevölkerung desVielvölkerstaates unabsehbar gewesen, begründete er das Urteil,das automatisch von einer höheren Instanz bestätigt werden muss. Zehn Mitglieder von "Al Maunah" waren bereits zuvor zuzehnjährigen Haftstrafen verurteilt worden. In zwei Fällenreduzierte ein Berufungsgericht das Strafmaß auf sieben Jahre.Der Gruppe wurden verschiedene Attentatsversuche vorgeworfen,insbesondere auf westliche Einrichtungen, darunter eineCarlsberg-Brauerei. Der Islam ist in Malaysia Staatsreligion, aber nur 53 Prozentder Bevölkerung sind moslemisch. Es gibt starke buddhistische,hinduistische und christliche Minderheiten. (APA/AP)