Die österreichischen Konsumenten können der Euro-Umstellung am 1. Jänner 2002 eigentlich mit großer Gelassenheit entgegen sehen. Der Schilling gilt noch bis Ende Februar 2002 als gesetzliches Zahlungsmittel und die meisten Umstellungen etwa von Konten, Sparbüchern und Pensionen gehen automatisch vor sich, der Umrechnungskurs von 13,7603 Schilling je Euro bleibt ebenfalls fix. Im Folgenden aus dem Euro Buch der Bundesregierung einige Dinge, die sich durch die Währungsumstellung oft unsichtbar im Hintergrund ändern:Automaten Bei Verkaufs-, Fahrschein- oder Spielautomaten werden Preis- und dadurch auch Mengenänderungen mitunter unvermeidlich sein. Viele Automaten können oft nur eine oder bestimmte Münzen verarbeiten und zurückgeben. Eine Preisumstellung von 10 Schilling auf exakt umgerechnete 0,73 Euro ist technisch deshalb nicht möglich. Die Automatenpreise werden also durchschnittlich "runder". Wo deutlich aufgerundet wird, muss den Konsumenten aber ein dementsprechender Gegenwert zurückgegeben werden, etwa in Form größerer Stückzahlen pro Packung. Bankomatkassen Zum Jahreswechsel 2001/2002 werden Bankomatkassen sowie die Lade- und Zahlungsterminals der elektronischen Geldbörse "Quick" auf die neue Währung umgestellt. Zahlungen an Bankomatkassen werden also ab 1. Jänner 2002 nur noch in Euro abgewickelt. Sämtliche Bankomatkarten sind bis dahin eurofähig. Auch die Obergrenze bei der täglichen Behebung ändert sich: Künftig wird man 400 Euro (5.504,12 Schilling) pro Tag aus dem Bankomaten ziehen können. Briefmarken Briefmarkenabonnenten der Österreichischen Post AG können bereits ab Oktober 2001 Euro-Cent-Marken zum entsprechenden Gegenwert in Schilling kaufen. Briefe dürfen jedoch erst ab 1. Jänner 2002 - mit diesem Datum beginnt auch der allgemeine Verkauf von Euro-Briefmarken - mit den neuen Cent-Marken frankiert werden. Ab 1. Jänner 2002 besteht die Möglichkeit, auf allen Postämtern kostenlos die alten Schilling-Marken in Euro-Marken zu tauschen. Zielführender ist es aber, die Schilling-Marken noch bis zum 30. Juni 2002 zu nutzen: Bis zu diesem Datum kann man sowohl die Schilling-Marken als auch die neuen Marken verwenden (Mischfrankierung). Ab 1. Juli 2002 gelten dann nur noch die Euro-Briefmarken. Ein Umtausch von Schilling-Briefmarken in Bargeld ist, so wie in den anderen Euro-Ländern, auch in Österreich ausgeschlossen. Nach dem 30. Juni 2002 ist der Umtausch der Schilling-Briefmarken gegen Entgelt nur mehr im neuen Briefmarken-Umtauschcenter möglich. Anders als bei den Euro-Banknoten wird es keine einheitlichen Briefmarken für die Euro-Zone geben. Jedes Mitgliedsland der EU hat weiterhin die Posthoheit inne und bestimmt deshalb seine eigene Briefmarkenpolitik. Man kann also nicht einfach die Urlaubskarte aus Griechenland oder Italien mit mitgebrachten Briefmarken der österreichischen Post frankieren, sondern müssen die griechischen oder italienischen Marken kaufen. Bücher Erstmals könnten in Österreich Schwellenpreise für Bücher auftreten, weil die Verlage zumeist einen einheitlichen Euro-Preis für Deutschland und Österreich festlegen dürften. Das Problem dabei: Die Mehrwertsteuer auf Bücher ist in den beiden Ländern unterschiedlich hoch, die nationale Buchpreisbindung bleibt bestehen.