Linz - Deutlich gestiegenen Beteiligungserträgen verdankt die Raiffeisenlandesbank (RLB) Oberösterreich im Jahr 2001 ein um über 50 Prozent auf 1,21 Mrd. S (194,8 Mio. EURO) geklettertes Betriebsergebnis. Der Ausbau der bisher profitablen Investments ist geplant: Derzeit werden 15 weitere Beteiligungen geprüft, erklärte RLB-Generaldirektor Ludwig Scharinger am Freitag. Ein Thema ist in diesem Zusammenhang auch die Übernahme weiterer 25 Prozent an der Salzburger Hypobank. Das Land Salzburg hat im Dezember 2002 die Chance, eine Put-Option zu nutzen. Tritt dieser Fall ein, wird die RLB OÖ die 25 Prozent zu einem bereits fixierten Kaufpreis übernehmen, kündigte Scharinger an. Salzburg sei ohne Zweifel ein interessanter Veranlagungsmarkt für Deutsche, dessen Bedeutung in Zukunft weiter wachsen könnte. Mit Entwicklung zufrieden Mit der Entwicklung im Jahr 2001 war der Bankchef trotz der schwierigen Konjunkturlage zufrieden. Die RLB-Bilanzsumme stieg um 8,4 Prozent von 134,2 auf 145,5 Mrd. S, die Bilanzsumme der gesamten Raiffeisengruppe um 8,6 Prozent auf 274,9 Mrd. S. Die Geldkapitalbildung, also Spareinlagen und Wertpapiere, kletterte um 14,2 Prozent auf 108,9 Mrd. S. Einen starken Zuwachs verzeichne die RLB auch bei den Spareinlagen und beim Wertpapiergeschäft. "Das totgesagte Sparbuch ist wieder da", es habe eine neue Funktion - die der eisernen Reserve, sagte Scharinger. Die Einlagen stiegen hier im Jahresschnitt um 7,9 Prozent auf 95,8 Mrd. S. Bei den Finanzierungen setzt man auf Chancenkapital und Public-Privat-Partnership Modelle. 75,9 Mrd. S wurden insgesamt 2001 ausgegeben, erstmals mehr über die beiden erwähnten Instrumente als über herkömmliche Kredite. Konjunkturerholung Für das Jahr 2002 rechnet Scharinger mit einer Konjunkturerholung im zweiten Quartal. Das Zinsniveau dürfte ab dem dritten Jahresviertel wieder deutlich anziehen, ist der Raiffeisen-Boss überzeugt. Von der Politik wünscht sich Scharinger im nächsten Jahr vor allem den Verzicht auf die obligatorische Ausweispflicht bei Spareinlagen. (moe, DER STANDARD, Printausgabe 29.12.2001)