Wien - Das Kindergeld kommt mit 1. Jänner und die Regierungsparteien feiern. Sozialminister Herbert Haupt freute sich Freitag, dass "Familien und Kinder tatsächlich in den Mittelpunkt des gesellschaftlichen Interesses rücken". Für VP-Generalsekretärin Maria Rauch-Kallat ist es der "wichtigste sozialpolitische Meilenstein der letzten Jahrzehnte". Sie reklamierte dann auch gleich die ÖVP-Urheberschaft ein - was für prompten Widerspruch seitens der FPÖ sorgte.

Gemeinsam mit Wirtschaftsminister Martin Bartenstein präsentierte Rauch-Kallat- nach einem Fototermin mit Kinderschar - nochmals die Details des Karenzgeld-Nachfolgers. Künftig können auch Hausfrauen, Studentinnen, Selbstständige und Bäuerinnen Kindergeld beziehen. Dies gilt, wenn das Kind ab 1. Jänner 2002 zur Welt kommt. Anspruchsberechtigte, deren Kinder zwischen 1. Juli 2000 und 31. Dezember 2001 geboren wurden, können auf das Kindergeld umsteigen. Die Höhe der Leistung steigt auf 436 EURO monatlich (6000 Schilling/bisher: 410 EURO). Die Anspruchsdauer beträgt maximal 36 Monate.

Dass durch das Kindergeld, wie Haupt betonte, nun auch dem betreuenden Elternteil der Kontakt zur Berufswelt offen stehe (durch höhere Zuverdienstgrenzen), bestreiten Gewerkschaft und Opposition. ÖGB-Frauenchefin Renate Csörgits sprach von einem "Mühlstein für die Eigenständigkeit der Frauen". Die Vereinbarkeit von Beruf und Familie werde erschwert. SP-Bundesgeschäftsführerin Andrea Kuntzl sieht nur den Berufsausstieg und das Daheimbleiben gefördert. Für die Grünen ist es eine falsche Familienförderung. (APA,derstandard,print-ausgabe,29.12.2001)