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New York - Eine verbogene Jalousie, die mehrereHäuserblocks vom World Trade Center gefunden wurde. Eine Karte mitder US-Flagge, die aus rot, weiß und blau gefärbten Makkaronigestaltet wurde. Eine Tasse mit Kaffeeflecken: All diese Objektehaben gemeinsam, dass sie inzwischen Museumsstücke sind. Um dieGeschichte der Terroranschläge vom 11. September zu dokumentieren,sammeln Museen, Bibliotheken und Behörden in den gesamten USAGegenstände, die mit den Attentaten in Zusammenhang stehen. Dabei werden Fragen aufgeworfen: Wie kann etwas so Vergänglicheswie eine spontan entstandene Gedenkstätte aus Blumen und Kerzenbewahrt werden? Wo ordnet man eine E-Mail ein, die ein Mitarbeiterdes Pentagons während des Anschlags an seine Familie sandte? Welcheder Tausenden Karten von Schulkindern, die in New York eingingen,sollten aufbewahrt werden? Und schließlich: Welches Museum erhältwelche Gegenstände? Konvent Kuratoren, Wissenschafter, Künstler und Archivare von mehr als 30Institutionen kamen dieser Tage in New York zusammen, um über solcheFragen zu sprechen. Das Museum der Stadt New York, unter dessenLeitung das Treffen stattfand, hat ein E-Mail-Diskussionsforum fürbetroffene Organisationen eingerichtet. US-Senator Kit Bondbeantragte bereits fünf Millionen Dollar für das Smithsonian Nationalmuseum für Amerikanische Geschichte,damit dort Gegenstände von historischer Bedeutung mit Beziehung zum11. September aufbewahrt werden können. Er möchte auch, dass das Museum eine Internetadresse einrichtet,an die die Bürger ihre E-Mails vom Tag des Anschlags weiterleitenkönnen, bevor sie sie löschen. "Dies hat nicht nur die Stadt New Yorkund das Pentagon und Pennsylvania betroffen, es hat uns allebetroffen", sagt Bond. "Da dies eine nationale Tragödie war, ist essinnvoll, wenn unser nationales historisches Museum die Führungübernimmt und alles organisiert." Bergung Die Jalousie, die Tasse und die Flaggenkarte befinden sich in derSammlung der Historischen Gesellschaft von New York, die sich auf dieBergungsarbeiten und die Reaktion der Öffentlichkeit konzentriert.Die Kaffeetasse wurde von Mitarbeitern des Roten Kreuzes benutzt, dieKarte von behinderten Oberschülern als Ausdruck des Mitgefühls an NewYorker Schulkinder gesandt. Der britische Rundfunksender BBC bot derHistorischen Gesellschaft 55.000 E-Mails von besorgtenFernsehzuschauern an, die diese unmittelbar nach den Anschlägenschickten, um sich nach dem Schicksal von Angehörigen und Freunden zuerkundigen. Die Kulturvereinigung City Lore bemüht sich dagegen vor allem umdie Dokumentation - insbesondere mittels Fotos und Videos - derdutzenden provisorischen Gedenkstätten, die überall in New Yorkentstanden. Sie bestanden aus Blumen, Kerzen, Gedichten, Flaggen undkleinen Kunstwerken, die inzwischen weitgehend wieder abgeräumtwurden. Die einzelnen Gegenstände werden von der städtischenParkverwaltung aufbewahrt. Rolle der Angehörigen Vertreter der Hinterbliebenen hoffen darauf, von den Museen fürderen weiteres Vorgehen zu Rate gezogen zu werden. Jennie Farrelletwa, die einen Bruder bei den Anschlägen verloren hat, sagt, dieGedenkstätten seien für die Angehörigen sehr wichtig geworden. "Damitsollte sehr vorsichtig umgegangen werden", erklärt sie. "Wenn Dingefür jemanden Bestimmtes abgelegt wurden, sollten alle Anstrengungenunternommen werden, dessen Angehörige zu finden und zu fragen, obdiese Dinge tatsächlich gespendet werden sollen. Viele Angehörigefragen sich nämlich, wohin das Zeug alles geht." (APA/AP)