London - Der britische Spionageabwehrdienst MI5 hat Telefonate des mutmaßlichen "Schuh-Attentäters" Richard Reid mit dem Terrorverdächtigen Zacarias Moussaoui abgehört. Offenbar sei dem Geheimdienst aber nicht die Brisanz des Kontakts bewusst gewesen, berichtet die Sonntagszeitung "Observer" in ihrer jüngsten Ausgabe. Die Gespräche endeten demnach im Dezember 2000, als Moussaoui nachPakistan gereist sei, um von dort aus vermutlich in ein Trainingslager der El Kaida-Organisation von Osama bin Laden weiterzureisen. Derzeit versuche der MI5 herauszufinden, ob Reid mit Moussaoui, der von den USA als einer der Hauptverantwortlichen für die Anschläge vom 11. September angesehen wird, unterwegs war. Die Polizei observierte Reid nach Angaben des "Observer" nicht. Reid und Moussaoui besuchten dieselbe Moschee im Londoner Stadtteil Brixton. Unklar ist aber bisher, ob sie sich dort auch kennengelernt haben. Reid hatte am vergangenen Samstag versucht, an Bord einer Maschine der US-Gesellschaft American Airlines von Paris nach Miami in seinen Schuhen versteckten Sprengstoff zu zünden. Passagiere und Besatzung konnten ihn rechtzeitig überwältigen.(APA,ag.)