Prag - Für den tschechischen Industrie- und Handelsminister Miroslav Gregr ist es kein Problem, falls seine Regierung auch nicht am angepeilten 7. Jänner im Rahmen der geplanten Privatisierung des Tschechischen Energiekonzerns (CEZ) - des Betreibers der Atomkraftwerke Temelín und Dukovany - einem Bieter den Zuschlag erteilen wird.

"Es wird nichts passieren, es wird keine Tragödie sein. Der Sektor wird weiterhin so funktionieren wie heute", betonte Gregr in einem Interview mit der tschechischen Tageszeitung Hospodarske noviny.

Ursprünglich sollte das Kabinett über den künftigen Besitzer des Zwei-Drittel-Pakets an CEZ schon am 17. Dezember entscheiden, allerdings hatten die Minister die Angebote der Bewerber als unzureichend bezeichnet. "Falls der Kaufpreis nicht mindestens 200 Mrd. Kronen (6,05 Mrd. Euro/83,3 Mrd. Schilling) erreicht, werden wir den Wettbewerb aufheben", betonte Gregr. Wer glaube, dass er nach Tschechien kommen und den perfekt funktionierenden elektroenergetischen Sektor "für einen Kuss" erwerben könne, sei an der falschen Adresse.

In der neuen Anbotsrunde erwartet die Regierung neue Offerte der Eléctricité de France und der italienischen Enel. Minister Gregr deutete aber auch an, dass unterdessen "neue Interessenten" für den Kauf des Energiekonzerns aufgetaucht seien. (APA, Der Standard, Printausgabe, 31.12.2001)