Karlsruhe - Mit Hilfe einer DNS-Haaranalyse hat das Bundeskriminalamt erneut einen Anschlag der Roten Armee Fraktion (RAF) aufgeklärt. Demnach war die mutmaßliche Terroristin Daniela Klette am 13. Februar 1991 an einem Anschlag auf die Bonner US-Botschaft beteiligt. Damals war das Gebäude von der anderen Rheinseite minutenlang mit Schnellfeuergewehren beschossen worden. Der Sprecher der Bundesanwaltschaft, Hartmut Schneider, bestätigte am Samstag einen "Spiegel"-Bericht. Das Haar war damals in einem Fluchtauto sichergestellt worden und konnte nun zweifelsfrei der per Haftbefehl gesuchten Klette zugeordnet werden. Bereits Mitte des Jahres waren die BKA-Ermittler mehr als zehn Jahre nach der Ermordung des Treuhandchefs Detlev Karsten Rohwedder auf eine heiße Spur des Täters gestoßen. Ein am Tatort gefundenes Haar konnte einwandfrei dem mutmaßlichen RAF-Terroristen Wolfgang Grams zugeordnet werden. Grams kam im Juni 1993 in Bad Kleinen bei einer Schießerei mit der Polizei ums Leben. Im Mai 2001 hatte die Bundesanwaltschaft zudem über neue Erkenntnisse berichtet, wonach Klette und der ehemalige RAF-Terrorist Ernst Volker Staub spätestens im April 1999 eine neue Terrorgruppe gegründet haben. Die Bundesanwaltschaft gehe davon aus, dass die neue Gruppe auf die logistischen Strukturen der RAF, also Waffendepots und -verstecke sowie konspirative Wohnungen zurückgreift, sagte eine Behördensprecherin damals. Wie der "Spiegel" in diesem Zusammenhang berichtete, plant das Bundeskriminalamt weitere DNS-Tests, um Terroraktionen aufzuklären. Zu 19 Anschlägen der RAF und ihrer Sympathisantengruppen läge im BKA auswertbares Material. Hierzu gehörten auch 50 Haare, die am Tatort des 1989 ermordeten Bankiers Alfred Herrhausen sichergestellt wurden. (APA)