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Salt Lake City - Das Olympische Dorf ist eröffnet, die ersten Athleten trudeln ein, insgesamt wird es 3500 Einwohner haben, Trainer, Mediziner und Offizielle inklusive. Die 2100 Zimmer in den für 120 Millionen Dollar neu erbauten Häusern im Appartementstil sind modern und zweckmäßig eingerichtet. Ein Zweibettzimmer misst immerhin 19,2 Quadratmeter, es hat schon kleinere Kammern gegeben. Die "Main Street" des Dorfes bietet Bank, Waschsalon, Blumenladen, Friseur, Post, Fotogeschäft, Ticketservice und so weiter. In ihrer "private community" stehen den Ansässigen Restaurants, Fitnesscenter, Ambulanzen, Disco, Kino und religiöse Treffpunkte zur Verfügung. Kulturell Interessierte können sich das IOC-Museum geben.

Im Mormonenstaat Utah ist der Alkoholkonsum per Gesetz eingeschränkt, das Dorf wurde von den Organisatoren gar zur alkoholfreien Zone erklärt. Dies kann Jacques Rogge, den Präsidenten des IOC, nicht vom Einzug abhalten. Der Belgier bekräftigte am Dienstag nach seiner Ankunft in der Olympiastadt sein Vorhaben, nach der IOC-Session vom 4. bis 6. Februar vom Hotel in sein Zimmer im Dorf zu übersiedeln. "Ich hatte das Privileg, als Sportler und Mannschaftsführer im Dorf zu wohnen. Es ist ein wundervoller Ort, dort will ich wieder sein", sagte Rogge.

Zufrieden zeigte sich der oberste Olympier mit den Verhältnissen vor Ort. "Das IOC ist sehr glücklich über den Stand der Vorbereitungen in Salt Lake City und erwartet exzellente Spiele", so Rogge, der auch mit den Sicherheitsvorkehrungen zufrieden ist: "Die ausgearbeiteten Maßnahmen sind eine große Leistung." Einem ersten Test wurden die Vorkehrungen am Dienstag unterzogen, als ein Mann einen Begrenzungszaun in der nationalen Sicherheitszone überwand und zwecks einer Abkürzung das Olympische Dorf durchqueren wollte. Der 48-jährige US-Amerikaner Sheldon Iver Goodmann wurde von einer Sicherheitsbeamtin festgenommen und anschließend ins Gefängnis von Salt Lake City gebracht. US-Staatsanwalt Paul Warner nahm den ersten Fall der Verletzung der Sicherheitsbestimmungen ernst: "Diejenigen, die in die Sicherheitszonen eindringen, gefährden die Olympia-Teilnehmer. Sie erwartet eine aggressive Untersuchung und Verurteilung." (red, Der Standard, Printausgabe, 31.01.02)