54 japanische Schulmädchen fassen sich an den Händen und werfen sich vor die U-Bahn; Auftakt zu einer Selbstmordwelle, die die Polizei rätseln lässt. The Suicide Club kreist um die

Foto: Film Festival Rotterdam

Jungautoren verarbeiten nach dem "schwierigen" zweiten Roman häufig liegengebliebene Ideen in einem Short-Story-Bändchen. Storytelling von Todd Solondz (Happiness) ist so ein Fall: Ein Kurzfilm über Demütigungsrituale in einer Crative-Writing-Klasse, ein mittellanger über einen verkrachten Dokumentarfilmer und sein Sujet, einen verstörten Teenager mit kurioser Vorstadt-Familie. Einige visuelle und situationskomische Glanzlichter hängen in einer schwachen Gesamtstruktur: Dass es in beiden Fällen um Stories über Stories über Stories geht, ist eine papieren dünne Klammer. Minderheiten kriegen reihum ihr Fett ab, ethnische Klischees werden - oh wie politisch inkorrekt! - herausgebrüllt. Wenn man genauer hinsieht, erscheint freilich einiges davon ironiefrei fragwürdig, Krypto-Pädophilie etwa. Weil's die meisten nicht tun, steht einer Popularität dieser Naseweisheit nichts im Wege.

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This Is Not A Love Song

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Radiolegende John Peel rollt gemeinsam mit den Musikern der 'Undertones' die Bandgeschichte von 1977-83 auf. Teenage Kicks - The Undertones, eine geradlinig erzählte Doku mit den Hit-Singles als Kapitelüberschriften, bringt die auftreibbaren Live-Aufnahmen, begibt sich auf Lokalaugenschein ins nordirische Derry und lässt den ewigen Chorknaben Fergal Sharkey so manieriert wie ehedem sein. Nicht mehr, nicht weniger. Jawoll!

Kaum ein Bildungserlebnis hingegen stellte die Kompilation Unseen And Unclean: Banned Videos dar. Zumeist Bekanntes erscheint schludrig zusammengeschustert, die befragten Regisseure überbieten sich in Null-Aussagen.

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Mit einer gnadenlos indiskreten Kamera folgt Lisa Picard Is Famous einer nicht eben erfolgreichen New Yorker Schauspielerin durch ihren Alltag. Immer ist sie hoch angespannt, peinliche Pannen gibt's in Serie. Allein, Ms. Picard ist eine Erfindung des Schauspielers und Regisseurs Griffin Dunne, die Autorin der quirligen Pseudo-Dokumentation spielt die Hauptrolle. Eine Reihe prominenter Gäste würzt einen temporeichen Insiderwitz-Reigen, der wohl einiges Entlarvendes bringt, das klassische, im Prinzip anzweifelbare "If you can make it there..." jedoch unangetastet lässt.

www.lisapicard.com !

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Was eine vom Videoladen vertauschte Kassette doch anrichten kann! Ein junger Filmstudent vernarrt sich in The Fluffer so sehr in einen Star, dass er um jeden Preis dessen Nähe sucht; er heuert in Hollywoods Pornobranche an, Abteilung Gay. Dort erweist er sich zwar als recht lausiger Kameramann, aber als guter "Fluffer" (Erklärung folgt jetzt nicht). Leichte, sauber getimte Coming-of-Age- Geschichte um Stationen einer unmöglichen Liebe: Der angebetete "Johnny Rebel" ist wohl jeder Zoll ein böse gewordener Chippendale, aber auch haltlos, hirnlos, ein Hetero mit leidender Stripper-Freundin und bloß des Geldes wegen dabei. Nüchtern und sozialdarwinistisch werden die Branche und ihre Rolle präsentiert, detailsicher und ohne den verklärenden Porn-Chic etwa von Boogie Nights.
www.fluffer.com

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Mit dem Versprechen von realistischen Einblicken ködert Film School Confidential - und enttäuscht durch eine Ansammlung von Stereotypen: Filmstudenten mit formal experimentellen Ansätzen sind demnach arrogante Pinkel oder Drogenköpfe, die zum wahren Weg (TV-Drama-artige Aufarbeitung eigener Traumata) finden oder nicht. Arg vorhersehbare Wendungen bei einem langsamen Tempo und aufmunternder Swing-Untermalung; als Zielgruppe sind wohl nur simple Gemüter im High-School-Alter plausibel. Nicht nur Videoschauen, Kinder, auch mal ein gutes Buch lesen! Aber nichts Französisches, Philosophisches; das bringt's nicht! Wer's glaubt ...
filmschoolconfidential.com

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Chicken Rice War

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Demons

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Ichi the Killer
www.ichithekiller.net

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Trouble Everyday

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Eine lupenreine Generation-X-Komödie, von Tarantino-Kenner Marco Ponti ins Italienische übersetzt: Zwei Mittzwanziger in einer temporären Wohngemeinschaft in Turin, zwischen Studium und Ernst des Berufslebens. Viel und schnell wird in Santa Maradona dampfgeplaudert, kokett philosophiert und gestritten, alles natürlich sehr cazzo-lastig. Ein Song von Manu Negra liefert Titel und Tempo: Erfrischende Fussball-Referenzen, Disco-Szenen, optische Spielchen mit viel House-Beat, Zeitsprünge, Jagden durch die in ihrer Schönheit unterschätzte piemontesische Metropole, liebevoll ausgemalte Konfusionen bei Zwischenmenschlichem. Ernsthaft sozialrealistisch oder nonkonformistisch wird dieses Leichtgewicht freilich nie; dazu ist auch zuviel an modelhafter belleza um Jungstar Steffano Accorsi versammelt.

'Santa Maradona' - Webseite

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Planet der Kannibalen

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A Chronicle Of Corpses
armcinema25.com

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Pistol Opera

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