Warschau/Posen - Das Appellationsgericht in Posen hat am Dienstag den Revisionsantrag eines wegen Beteiligung am Völkermord verurteilten Polen zurückgewiesen und das im vergangenen Jahr verhängte Urteil für rechtskräftig erklärt. Die achtjährige Haftstrafe gegen den 79-jährigen Henryk Mania sei rechtens, entschied das Gericht. Mania hatte im ersten von den Nationalsozialisten errichteten Vernichtungslager in Chelmno (Kulmhof) bei der Ermordung vor allem jüdischer Häftlinge geholfen. Wie bereits die Richter in Konin, die Mania im vergangenen Jahr schuldig gesprochen hatten, sah es das Berufungsgericht als erwiesen an, dass der Beschuldigte nicht als Häftling zu den Verbrechen gezwungen worden sei, meldete die polnische Nachrichtenagentur PAP. Er habe jederzeit aus dem Lager fliehen können, dies aber nicht getan. "Das Lager in Chelmno war eine Hölle, die Menschen Menschen bereitet haben, und der Angeklagte war darin nicht als Opfer beteiligt", hieß es in der Urteilsbegründung. (APA/dpa)