Paris - Vertreter von 78 Staaten haben am Donnerstag in Paris zweitägige Gespräche aufgenommen, um einen Verhaltenskodex im Umgang mit Langstrecken-Raketen zu erarbeiten. Zur Eröffnung des Treffens sagte ein Vertreter des französischen Außenministeriums, bei der Entwicklung neuer ballistischer Kapazitäten oder der raschen Verbesserung bestehender Kapazitäten müsse das Prinzip der Aufrechterhaltung der Sicherheit in der Welt berücksichtigt werden. An den Gesprächen, die von einer Gruppe von 33 Staaten initiiert wurden, nehmen mit dem Iran und dem Irak auch Länder teil, die von US-Präsident George W. Bush der Entwicklung von Massenvernichtungswaffen verdächtigt werden. Die Verhandlungen dürften sich über Monate, wenn nicht Jahre erstrecken. Auch Indien und Pakistan, die um das geteilte Kaschmir im Streit liegen und Raketenwaffen entwickelt haben, sind bei den Gesprächen in Paris vertreten, nicht aber Nordkorea, das des Exports von Raketen verdächtigt wird. Ziel der Initiatoren - darunter die USA, Europa und Russland - ist ein Kodex, der den Teilnehmern jährliche Erklärungen zur Entwicklung der Langstrecken-Raketen abverlangt und ihre Politik transparenter und berechenbarer macht. So sollen auch internationale Beobachter Raketenstartplätze inspizieren können und andere Staaten über Starts und Testflüge informiert werden.(APA/Reuters)