Die Biochemie im Tiroler Kundl, die zum Schweizer Pharmariesen Novartis gehört, stößt an die Grenzen des Wachstums. Ein Quantensprung beim Ausbau des Standortes ist für Novartis-Chef Daniel Vasella nicht mehr sinnvoll: "Technisch ist Kundl ein toller Standort, geographisch aber suboptimal." Innerhalb der Novartis-Gruppe ist Kundl die zentrale Schaltstelle für Generika (Medikamente, deren Lizenz ausgelaufen ist). Wegen der geographischen Lage sei es schwierig, geeignete Leute anzulocken. Wien wäre wohl ein besserer globaler Führungsstandort, meinte Vasella. Dennoch sei der Standort in Tirol nicht in Gefahr. Der Ausbau gehe wie geplant weiter. Heuer werden um 110 Mio. Euro (1,5 Mrd. S) zwei neue Anlagen errichtet. Biochemie Kundl ist die größte Konzerngesellschaft der Novartis-Generikasparte und hat in Österreich fast 2300 Mitarbeiter. In den vergangenen 15 Jahren wurden eine Mrd. Euro in den Ausbau der Produktion von Antibiotika und anderer Wirkstoffe investiert. Umsatz um zehn Prozent gestiegen Ungeachtet des wirtschaftlichen Abschwungs hat Novartis im Vorjahr mehr verdient. Während der Umsatz um zehn Prozent auf gut 32 Mrd. Franken (21,76 Mrd. Euro) zulegte, stieg der Reingewinn um acht Prozent auf sieben Mrd. Franken. Motor war das Pharmageschäft in den USA. Jenseits des großen Teichs stiegen die Erlöse 2001 um 18 Prozent. Allerdings werden für Novartis auch in den USA die Bäume nicht in den Himmel wachsen. Das Umfeld sei schwieriger geworden, die Zuwachsraten geringer. Trotz- dem werde man auch in den nächsten Jahren in den USA zweistellige Zuwächse erzielen, hofft Novartis. (Standard-Redakteur Clemens Rosenkranz aus Basel, Der Standard, Printausgabe, 08.02.02)