Die deutsche Werbewirtschaft hat ihre Umsatzerwartungen für 1999 zwar etwas zurückgeschraubt, rechnet aber weiterhin mit einem erfolgreichen Jahr. Von einem Schwächeanfall der Werbekonjunktur gingen die Fachleute der Branche nicht aus, berichtete der Zentralverband der Deutschen Werbewirtschaft (ZAW) heute, Mittwoch, in Bonn. Auf der Basis einer Herbstumfrage errechnete der ZAW ein Werbevolumen für Deutschland im Jahr 1999 von voraussichtlich knapp 62 Mrd. DM (31,7 Mrd. Euro/436 Mrd. S). Davon entfielen auf die Medien mehr als 43 Mrd. Die Daten lägen leicht unter den Werten, von denen die Branche im Frühjahr ausgegangen sei. Die Netto-Werbeeinnahmen der Medien werden nach Angaben der ZAW 1999 um fünf Prozent steigen. Das gesamte Werbevolumen (Werbemittelproduktion, Honorare und Gehälter, Medienkosten) werde um gut vier Prozent zunehmen. Generell sei weiterhin mit stabilen Gesamtumsätzen der Branche zu rechnen. Zu den künftig werbestarken Branchen werde sich beispielsweise die Stromwirtschaft entwickeln. Konsumrückgänge etwa bei alkoholischen Getränken führten aber auch zum Abbau von Werbeetats. Vor allem auf Seiten der werbenden Firmen gebe es Verunsicherungen über die verschiedenen Werbeträger und ihre Zukunft, insbesondere durch das Zusammenwachsen im Medienbereich, hieß es von der ZAW. Erwartet würden aber auch bessere spezielle Werbemöglichkeiten, die dem Trend zu individueller Lebensführung entsprächen. (APA)