Wien - Das Rauschen des Meeres, das Überschwappen von einer Welle zur nächsten: Stundenlang könnte man zuhören, gedankenverloren eintauchen, sich treiben lassen. Ähnlich ergeht es einem beim Betrachten der ProsXima Dance Company aus Griechenland im Tanzquartier, bei ProsXima's Drift : Sechs Frauen, vereinzelt, in Kleingruppen oder alle zusammen, exerzieren ihren streng formalen Bewegungsschatz. Jede verfügt über das gleiche, nahezu klassisch-akademische Vokabular, artikuliert sich jedoch anders. Das mag anfangs sperrig wirken - solange man tänzerische Monologe vor sich hat. Doch mehr und mehr reagieren die Tänzerinnen aufeinander und kommunizieren spielerisch - im Rahmen der ihnen vorgegebenen Regeln. Ein ähnliches Verfahren hat man kürzlich in der Volksoper mit Nodding Dog zu sehen bekommen. Und es steckt auch dasselbe Team dahinter: Komponist Volkmar Klien ist für die Geräuschkulisse verantwortlich; Michael Klien und Nicolas Mortimore zeichnen für die Choreographie. Das Duo hat den Tänzerinnen Bewegungen und Tanzsequenzen vorgeben, welche sie individuell kombinieren können. Dafür ist kreativer Sinn vonnöten, den das griechische Sextett hat: Harmonisch ist es aufeinander abgestimmt und tut sich leicht, die Spannung zu halten. (knei - DER STANDARD, Print, Sa./So., 9.02.2002)