Die Queen Mum hatte während des Zweiten Weltkriegs eine heiße Affäre mit einem jungen Offizier, der noch dazu Kommunist war. Berichtet zumindest die Süddeutsche mit nicht unplausibel klingenden Details. Die britische Armee setzte bekannte Kommunisten wegen deren vermuteter Moskau-Treue gern auf Posten ohne militärischen Wert ein, und so kam ein gut aussehender junger Mann namens Alan Freeman als Wachoffizier nach Schloss Balmoral. Der König war, nun ja, etwas kränklich, die Königin einsam und außerdem ziemlich entschlusskräftig (die Entscheidung, während Hitlers Bombenterror als Beispiel in London zu bleiben, geht angeblich auf sie zurück) und so passierte es eben. Etliche, auch der Geheimdienst, wussten Bescheid (an sich war ja Ehebruch mit der Königin Hochverrat und es stand die Todesstrafe darauf). Irgendwann gestand Freeman es seiner Frau. Seine Tochter wusste auch davon und verleitete ihn bei einer fröhlichen Familienfeier ("You know, what Daddy did during the war? He screwed the Queeen!") zu einem bestätigenden Nicken. Niemand lief damit zu einer Zeitung oder schrieb ein Enthüllungsbuch. All die Jahrzehnte nicht. Und? Nichts, nur so. (rau/DER STANDARD, Printausgabe 04.04.2002)