Einen besonders hübschen Platz hat sich die Kosmetikmarke "Ligne St. Barth" für ihr Labor ausgesucht: Es befindet sich unter Palmen, inmitten tropischer Vegetation auf der karibischen Insel St. Barthélemy, kurz St. Barth genannt und für seine hohe Promi-Frequenz bekannt. Auf dieser kleinen, luxuriösen Insel, der "Perle der französischen Antillen", hatten Ende der 80er-Jahre Hervé Brin und seine (an Neurodermitis leidende) deutsche Frau Birgit begonnen, erste Hautpflegeprodukte zu entwickeln - nach alten, von der Großmutter Hervés überlieferten Rezepten der Karibik-Indianer, der so genannten Arawak. Zuerst produzierte man nur für den Eigengebrauch, nach und nach begann man auch mit dem Verkauf an die Touristen: Was als Hobby begann, wuchs sich bald zu einem richtigen (Familien-)Unternehmen aus. Ausgangspunkt waren zum einen das traditionelle Wissen und die Heilkunde der karibischen Indianer, zum anderen die Rohstoffe aus der Region. Ein von den Arawak häufig verwendeter Grundstoff, der in zahlreichen "Ligne St. Barth"-Produkten Anwendung findet, ist der Roucouyer-Samen, der von einem seltenen, nur in der Karibik beheimateten Baum stammt, die Haut samtweich macht und sie zusätzlich vor Sonne und Stechmücken schützt. Nach und nach entwickelten die Brins Rezepturen für Cremes, Masken, Lotionen und Shampoos, alle auf der Basis der wertvollen Rohstoffe aus der Karibik: ein Aloe-Vera-Gel mit Minze, eine feuchtigkeitsspendende Mango-Buttercreme, eine Maske mit Ananas und grüner Tonerde. Die Bezeichnung "Öko-Kosmetik" will man aber nicht für sich beanspruchen: "Bei uns ist ,Bio', also Natur ohnehin die Grundvoraussetzung für alles", sagt Peter Grein, Birgit Brins Bruder, der sich von Deutschland aus um den Vertrieb kümmert. Auch der Verzicht auf aggressive Konservierungsstoffe und Tierversuche sei selbstverständlich. Im Übrigen gebe es keine international gültigen Richtlinien, was denn "Naturkosmetik" wirklich sei, derartige Bezeichnungen würden also ohnehin nur zur weiteren Verunsicherung der Konsumenten beitragen, meint Grein. Dass die in Flaschen und Döschen abgefüllte Natur noch "weiterlebt" und daher manchmal noch Veränderungen der Produkte herbeiführt, ist etwas, das Konsumenten im Allgemeinen nicht gewohnt seien: "Daher brauchen die Produkte im Verkauf eine besondere Beratung", meint Grein. Wenn z.B. die zugesetzte Vanille-Essenz nachdunkle, sei das vollkommen harmlos und ändere nichts an der Qualität und Wirkungsweise einer Creme. Die Produktpalette ist bewusst klein gehalten und umfasst knapp 30 Produkte. Rund ein Zehntel des Umsatzes wird im Parfümerieverkauf erzielt, in Österreich ist die Marke seit wenigen Monaten bei Nägele & Strubell erhältlich. Der Löwenanteil an "Ligne St. Barth"-Produkten wird im Spa- und Beauty-Bereich umgesetzt, hierzulande in derzeit 24 Hotels wie dem Salzburger Hof in Zell am See oder dem Weißen Rössl in Kitzbühel und dem Stanglwirt in Going. Besonders nett ist eine "Ligne St. Barth"-Behandlung aber sicherlich im superluxuriösen "Roaring Pavilion" auf St. Barth, wo das Papaya-Ganzkörper-Peeling mit frischem Papaya-Mus zubereitet wird . . . mw DerStandard/rondo/5/4/02